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Schleswig-Holstein Musik Festival 2017 : Ein ziemlich wunderschöner Abend

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Französischer Abend: Konzert und Lesung im Museum Kunst der Westküste begeisterten trotz kleiner Schwächen des Mimen.

„Was für ein schöner Abend“, freute sich eine der Musikerinnen beim Hinausgehen. „Also, der Proust, der war total langweilig“, meinte eine Zuhörerin in der Pause. Zwischen diesen beiden Polen bewegten sich die Empfindungen des Publikums beim französischen Abend des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Museum Kunst der Westküste.

Auf der einen Seite die drei französischen Musiker Magali Mosnier (Flöte), Isabelle Moretti (Harfe) und Adrien La Marca (Viola) – inspiriert, gut gelaunt, voller Spielfreude und Virtuosität. Auf der anderen Seite David Bennent – der deutsche Theaterstar, den bei einer Lesung zu erleben wohl für viele im Publikum Motivation war, dieses Konzert zu besuchen.

Doch es war offensichtlich nicht sein Tag. Bennent wirkte nervös, hatte einige Hänger und holperte teilweise durch seine Texte – nur manchmal blitzte die Genialität auf, die in diesem Ausnahme-Mimen steckt. Vor allem im zweiten Teil des Abends, als Passagen aus dem Roman „Ravel“ des französischen Autors Jean Echenoz mit Musik des großen Komponisten abwechselten, gab es solche Momente, Momente in denen man Bennent stundenlang hätte weiter zuhören können, sein Vortrag sofort Bilder im Kopf entstehen, das Gelesene lebendig werden ließ.

Stundenlang weiter zugehört hätte man gerne auch der Musik, den Stücken von Ravel, von Ibert und Debussy, Stücke, denen auch im ersten Teil des Programms Texte gegenübergestellt wurden, Lyrik von Verlaine und Prosa von Proust. Im Mittelpunkt standen da die beiden Werke, die dem Abend seinen Namen gegeben hatten: Das Gedicht „Claire de Lune“ von Paul Verlaine, das Debussy zu seinem berühmten Klavierstück inspiriert hat, in Alkersum von Isabelle Moretti in einer Fassung für Harfe hinreißend vorgetragen.

Was für ein schöner Abend.


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erstellt am 22.Jul.2017 | 08:30 Uhr

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