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amrumer leuchtturm : Ein Wahrzeichen hebt ab

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Majestätisch schwebte der knapp neun Meter große Drachen, naturgetreu im Maßstab eins zu fünf nachgebaut, an seinem realen Vorbild vorbei.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2014 | 21:00 Uhr

Drachen sind viele am Amrumer Himmel zu sehen, doch dieser war einmalig. Der Amrumer Leuchtturm, naturgetreu im Maßstab eins zu fünf, nachgebaut von Orgelbauer Joachim Kreienbrink.

Tage- und nächtelang war überlegt, konstruiert und genäht worden. Dutzend Meter Schnur wurden in 28 Fäden zusammen an Quer- und Hochstreben befestigt. Joachim Kreienbrink und seine Frau Kirsten haben viel Arbeit und Zeit in diesen ganz besonderen Drachen gesteckt, der nun seinen „Jungfernflug“ direkt auf dem Gelände des Amrumer Leuchtturms absolvierte.

Eine Genehmigung des Wasser- und Schiffahrtsamtes Tönning war dem Ereignis voraus gegangen, da die Premiere aus Sicherheitsgründen außerhalb der Öffnungszeiten des Leuchtturmes stattfinden musste.

Helfende Hände waren spontan gesucht und gefunden worden. So hatte sich der Journalist Frank Beckenbach aus Göttingen, der selbst Drachenfeste organisiert und ausrichtet und dem Drachenkonstrukteur zufällig in Norddorf über den Weg gelaufen war, sofort zur Mitarbeit bereiterklärt. Und die vierköpfige Familie aus der Nachbarschaft Joachim Kreienbrinks war ebenfalls gleich zur Stelle.

Wozu die vielen Helfer nötig waren, wurde deutlich, als der Leuchtturmdrachen noch am Boden den ersten Wind bekam und allein abheben wollte. „Glücklicherweise nur eine leichte Brise, sonst hätten wir den Flug verschieben müssen“, erklärt der Drachenbauer aus Leidenschaft.

Das Ausrichten des knapp neun Meter hohen Drachens erwies sich angesichts einiger stacheliger Äste am Boden als nicht ganz einfach. Doch dann war es soweit und der Nachbau des Amrumer Wahrzeichens richtete sich auf und hob ab. Bei einbrechender Dämmerung stieg er in den Himmel und zog an seinem großen, realen Bruder vorbei. Einige Minuten konnte Joachim Kreienbrink seinen Leuchtturm in der Luft halten, bevor dieser wieder den Weg auf die Erde fand. „Es erzeugt ein Gänsehautgefühl, ihn jetzt so am Himmel zu sehen“, freute sich Kreienbrink insbesondere über die Tatsache, dass sein Flugobjekt direkt am Amrumer Leuchtturm vorbeigeflogen war.

Drachen lässt Joachim Kreienbrink aus Georgsmarienhütte bereits seit 36 Jahren gen Himmel steigen. Mit der Zeit kamen die eigenen Kreationen dazu. „Den ersten Leuchtturm habe ich als Geschenk für meinen Schwiegervater gebaut, der zur See fuhr“, erinnert er sich. Im Amrum-Urlaub wuchs dann die Idee, das hiesige Wahrzeichen nachzubauen. In Dänemark besucht Joachim Kreienbrink mit Ehefrau Kirsten jährlich das große internationale Kite-Fliers-Meeting auf Fanø, wo er beim nächsten Mal vielleicht auch den Amrumer Leuchtturm am Himmel zeigen wird.

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