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Wyker Turnerbund : Ein ungeahnter sportlicher Höhenflug

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

15 Jahre lang war die Badminton-Sparte führend im Jugendbereich Schleswig-Holsteins. Rund 120 Spieler im Alter von zehn bis 70 Jahren trainieren heute regelmäßig.

Zugegeben, der Laie wird mit dem Bratpfannen- oder Pinzettengriff, dem Chinasprung sowie dem Stechen, Töten oder Wischen nicht viel anfangen können. Für den passionierten Badminton-Spieler aber gehören diese Begriffe zum Fachjargon, die bestimmte Abläufe der Sportart beschreiben und sich zur schnellen Verständigung der Spieler entwickelt haben.

Begriffe, die 1980 auch auf Föhr Einzug hielten, denn seither wird auf der Insel die schnelle Wettkampfvariante des beschaulichen Federballs betrieben. Siegfried Dutschke gründete die Sparte unter dem Dach des Wyker Turnerbundes (WTB), nachdem das Schulzentrum und damit die große Sporthalle fertig gestellt waren. Endlich konnte Dutschke eine Idee umsetzen, die schon viel früher geboren war. Denn bereits während seiner Studienzeit an der Kölner Sporthochschule war der angehende Sportlehrer in Sachen Badminton aktiv, der es auf mehr als 20 Deutsche Meisterschaften in seiner Paradedisziplin, dem Einzel, und im Doppel bringen sollte. 2002 belegte Dutschke zudem den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Bulgarien und wurde 2003 in Dresden Europameister bei den Senioren.

Waren es bei der Gründung rund 30 Badminton-Interessierte, gingen die Teilnehmerzahlen in der Folge steil nach oben. „Etwa 300 Spieler waren es in den Spitzenzeiten“, berichtet der Coach, der sich gern an die „goldenen Jahre“ erinnert. Denn bereits im Gründungsjahr nahm der WTB an den Kreismeisterschaften teil und Wyk sollte sich für viele Jahre zu einer Badminton-Hochburg entwickeln. Rund 15 Jahre lang war die WTB-Sparte führend im Jugendbereich Schleswig-Holsteins, wurden unzählige Kreis-, Bezirks-, Landes- und norddeutsche Meistertitel errungen. Der größte Erfolg stellte sich 1984 mit der Teilnahme an den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Offenbach im Bereich Schüler und Jugend ein.

Ein sportlicher Höhenflug, der so nicht geplant gewesen sei, wie Dutschke betont, und der zur Folge hatte, dass er an jedem Wochenende in Sachen Badminton auf Reisen war. Für den Spartenleiter ist der Sport ein probates Mittel, die Jugendlichen zu erreichen. „Sport muss Spaß machen und alle ansprechen“, lautet die Devise, „dann erreicht man die Jugendlichen auch“. Und er habe gesehen, wie intensiv die Kids das Badminton betrieben hätten – der Rest sei ein Selbstläufer gewesen.

Namensgeber für die Sportart, die 1872 in der Grafschaft Gloucestershire erstmals vorgestellt wurde, war der Landsitz „Badminton House“. Ein britischer Kolonialoffizier hatte das als „Poona“ bezeichnete Spiel von seinem Indienaufenthalt mitgebracht. Seither haben sich die Regeln kaum verändert. Gleich geblieben sind auch die hohen Anforderungen an Reflexe, Grundschnelligkeit und Kondition sowie das taktische Geschick des Spielers.

Für den WTB sind die sportlichen Höhepunkte Historie. Rund 120 Spieler im Alter von zehn bis 70 Jahren trainieren heute dienstags von15 bis 20 und donnterstags von15 bis 22 Uhr in der Sporthalle des Schulzentrums. Siegfried Dutschke sähe den Nachwuchs gern wieder aktiver: „Meine Hoffnung ist Hauke Stammer. Der ist im Besitz eines Trainerscheins und bringt den Jugendbereich hoffentlich nach vorn“.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 19:39 Uhr

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