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Föhr und Fanø : Ein Treffen unter Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gewerbetreibende der dänischen Insel informierten sich über den Tourismus auf Föhr. Dabei entdeckten sie viele Gemeinsamkeiten.

21 Gewerbetreibende von der dänischen Nordseeinsel Fanø waren drei Tage zu Gast auf Föhr. Auf dem Programm standen eine Inselrundfahrt mit Besuch der Vogelkoje, eine Fahrradtour, ein Besuch im Museum Kunst der Westküste sowie ein Treffen mit der Föhr Tourismus GmbH (FTG) und Wyk auf Föhr Touristik GmbH (WTG), um sich über die Arbeit im Tourismus auszutauschen.

Die Mitglieder im Fanø Erhvervs- og Turistråd arbeiten als Ferienhausvermieter, Campingplatzbetreiber oder Einzelhändler. Seit einigen Jahren besuchen sie deutsche Destinationen wie bereits Tönning, Sylt und Norderney, um über den Tellerrand zu schauen. In diesem Jahr entschied sich Geschäftsführer Poul Therkelsen dafür, eine „Studienreise“ zur nahe gelegenen, den dänischen Nachbarn jedoch weitgehend unbekannten Insel Föhr anzubieten. Dazu hatte er im Vorfeld die FTG kontaktiert und die dänischkundige FTG-Mitarbeiterin Levke Sönksen unterstützte ihn in der Organisation vor Ort.

Auch wenn die 21 Dänen sehr gut Deutsch verstehen und sprechen können – schließlich kommen 80 Prozent der Urlaubsgäste auf Fanø aus Deutschland – freuten sie sich, dass Sönksen sie auf Dänisch begrüßte und sie auch auf der Fahrradtour von Wyk über Nieblum nach Alkersum begleitete. Dabei wurden viele Gemeinsamkeiten festgestellt: Auf der dänischen Insel gibt es ebenfalls Vogelkojen und auch die vielen kleinen Reetdachhäuser in Nieblum weckten Erinnerungen. Allerdings wurden auch Unterschiede aufgedeckt, auf Fanø gibt es mehr Wald und viel weniger Kühe.

Am Nachmittag bekamen die 21 Dänen von FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt und WTG-Veranstaltungsleiter Andreas Miler einen Einblick in Zahlen und Fakten der Insel und der beiden Tourismusgesellschaften. Hier wurden ebenfalls Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Strukturen deutlich. Rund 800  000 Übernachtungen verzeichnet Fanø jährlich. Dabei wird die Hälfte der 2800 Ferienhäuser als Privateigentum nur innerhalb der Familie vermietet – das klassische dänische Sommerhaus eben. Ebenso wie auf Föhr geht der Trend zur kürzeren durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Die rund 3000 Einwohner der 55 Quadratkilometer großen Insel können jedoch nicht alle vom Tourismus leben, viele pendeln mit der Fähre ins nur 13 Minuten entfernte Esbjerg.

Im Allgemeinen herrsche ein gutes Gemeinschaftsgefühl auf der Insel und viele Veranstaltungen und Festivals werden von Freiwilligen organisiert – das Tourismusbüro hat nur zwei Angestellte. Müllsammelaktionen am Strand, wie sie auf Föhr kürzlich mit 70 Helfern veranstaltet wurden, mobilisieren auf Fanø beispielsweise seit über zehn Jahren jährlich 350 Beteiligte.

Bei einem abschließenden gemeinsamen Abendessen konnte sich die Insulaner von dies- und jenseits der Grenze weiter und persönlicher austauschen. Selbstverständlich wurde auch der Föhrer Manhattan probiert und für sehr lecker befunden. Die Föhrer Landschaft, die schmucken Dörfer, das beeindruckende Museum und das gute Essen hinterließen bei allen einen positiven Eindruck.

Gemeinhardt freute sich über das Interesse an Föhr und stellte fest „wie nah und ähnlich sich Fanø und Föhr doch sind“. Er kündigte nicht nur eine künftige Zusammenarbeit im Bereich Veranstaltungen, Führungen, Vermarktungsstrukturen und Modellen zu Saisonverlängerung an, sondern auch einen Gegenbesuch auf Fanø im Frühjahr 2016.

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