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In Wyk : Ein Stück Föhrer Zeitungsgeschichte geschrieben

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Trauer um Uwe Zacchi: Der Wyker war 60 Jahre lang Mitarbeiter der Redaktion des Insel-Boten.

Der Insel-Bote besteht seit 137 Jahren – gut 60 davon hat Uwe Zacchi als freier Mitarbeiter für die IB-Redaktion gearbeitet und damit ein Stück Föhrer Zeitungsgeschichte geschrieben.

Dabei wollte der Sohn eines Journalisten und Schriftstellers zunächst eines auf gar keinen Fall werden: Journalist und Schriftsteller. Und so erlernte Zacchi, der zwar Föhrer Wurzeln hatte, aber 1924 in Neumünster geboren wurde und dort aufwuchs, zunächst einen „anständigen“ Beruf: In Flensburg absolvierte er ein Lehramtsstudium und trat 1949 seine erste Stelle in Westerland auf Sylt an. Das Junglehrergehalt war schmal, und so ließ Uwe Zacchi sich doch von seinem Vater überreden, es mit Zeitungsartikeln aufzubessern. Sein Debüt im Insel-Boten gab er 1950. „Versunkene Wälder liegen unter uns“, lautete der Titel seines ersten Textes, eines Beitrags über die Vergangenheit des Wattenmeeres.

Zacchi fand Geschmack am Schreiben. 1952 ließ er sich, zusammen mit Ehefrau und Kollegin Christa, auf die Nachbarinsel Föhr versetzen, wo beide zunächst an der Oevenumer Schule und später – bis zur Pensionierung – in Wyk unterrichteten. Von nun an gehörte er fest zum Inventar des Insel-Boten, schrieb unzählige Artikel über so ziemlich alles, was auf Föhr passierte.

Nicht nur als Autor war Uwe Zacchi tätig. Als bei der Zeitung das Foto-Zeitalter begann, belieferte er die Wyker Redaktion auch mit Bildern zu seinen Texten. Auch in Zeiten von Computern und Digitalkameras „knipste“ er noch mit einem analogen Fotoapparat und hämmerte seine Texte in die Tasten einer uralten mechanischen Schreibmaschine.

Uwe Zacchi schrieb kenntnisreich und engagiert über so ziemlich alles, was auf der Insel passierte, berichtete über Heimatabende genauso wie über die Statistiken des Standesamtes, verfasste Kunst- und Konzertritiken sowie Buchbesprechungen. Doch besonders lagen ihm neben den Schulen das Friesenmuseum, die Ferring-Stiftung und auch der Landfrauenverein am Herzen.

Der Realschullehrer Uwe Zacchi war ein engagierter Pädagoge, der sich nicht nur für seine Schüler einsetzte, sondern sich auch als Vorsitzender des Lehrervereins und der Schulpatenschaft mit Nordschleswig engagierte.

Zacchi war ein begeisterter Reporter. Und in den 1970-er Jahren wurde er auch noch zum Schriftsteller. Etliche Bücher über Insel-Themen hat er verfasst, zu mehreren Bidbänden die Texte beigesteuert.

Uwe Zacchi war schon weit über 80, als er sich aus dem aktiven Zeitungsgeschehen zurückzog, doch er blieb dem Insel-Boten weiter als treuer Leser verbunden. Und so blieb, wie sein Sohn Volker vor einigen Monaten erzählte, die IB-Lektüre ein tägliches Ritual.

Am Dienstag ist Uwe Zacchi im Alter von 93 Jahren gestorben. Unsere Redaktion wird sich immer gerne an ihn erinnern.

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erstellt am 15.Jul.2017 | 18:30 Uhr

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