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Ulrike Wolff-Thomsen : Ein Start mit viel Vorfreude

vom

Neue Chefin des Museums Kunst der Westküste tritt am Mittwoch ihren Dienst an.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 06:27 Uhr

Alkersum | Wenn die neue Leiterin Ulrike Wolff-Thomsen morgen ihren Dienst im Museum Kunst der Westküste (MKDW) antritt, war der Chefsessel dort nach dem Wechsel von Gründungsdirektor Thorsten Sadowsky ins schweizerische Davos gerade mal sechs Wochen verwaist. Mit viel Begeisterung für den Job und für die Insel kommt die 50-Jährige nach Föhr, die aus Celle stammt, aber schon seit 30 Jahren mit Schleswig-Holstein vertraut ist.

In Kiel hat sie studiert (und kennt seither die Leiterin des Wyker Friesenmuseums, Jutta Kollbaum-Weber), sie hat in den Niederlanden, Paris und in Finnland gearbeitet und Museumserfahrung als Volontärin auf dem Flensburger Museumsberg gemacht, dessen Sammlung ähnlich gelagerte Schwerpunkte habe, wie die des MKDW.

Für Wolff-Thomsen, die bisher als Professorin am Kunsthistorischen Institut der Kieler Universität gearbeitet hat, ist es die erste Museumsleitung. "Aber das traue ich mir zu", erklärt sie selbstbewusst und verweist auf ihre Erfahrung als Kuratorin etlicher Ausstellungen. Ihr aktuelles Projekt, das am 25. Mai in der Herbert-Gerisch-Stiftung in Neumünster eröffnet wird, heißt "Back to Earth. Von Picasso bis Ai Weiwei - Die Wiederentdeckung der Keramik in der Kunst ". Sie sei bei dieser Präsentation für die Exponate aus dem 20. Jahrhundert zuständig, berichtet Wolff-Thomsen.

"Ich bin sehr fit in der nordischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts", betont sie und bekommt leuchtende Augen, wenn sie über die erste Ausstellung spricht, die sie in Alkersum eröffnen wird und die - wie überhaupt das ganze Ausstellungsjahr 2013 - noch Thorsten Sadowsky konzipiert hat. Vom 9. Juni an werden dort die 22 Blätter aus der grafischen Mappe "Alpha und Omega" von Edvard Munch gezeigt. "Bilder voller beißender Ironie und Witz und damit für Munch sehr überraschend", schwärmt sie, es sei ein Glücksfall, dass das MKDW diese Mappe, die sehr selten sei, aus norwegischem Privatbesitz geliehen bekomme. Diese Begeisterung für das Thema zeige, dass die neue Museumsdirektorin sich nahtlos in das Konzept einfüge, das Thorsten Sadowsky vorgegeben habe, freute sich der MKDW-Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Schulte-Wülwer bei der Vorstellung Wolff-Thomsens.

Die lobt den Sammlungsbestand des MKDW, der hauptsächlich Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert umfasst, als "große Qualität des Hauses". Doch sie will, wie ihr Vorgänger, bei künftigen Ausstellungen auch der zeitgenössischen Kunst Raum geben. Und dabei "nicht nur die heile Welt auf der Insel zeigen, sondern auch heterogene Positionen". Sie wolle das Profil, das Sadowsky dem Haus gegeben habe, weiter schärfen und dabei die Authentizität und Identität des Ortes stärker herausarbeiten. So wüssten zum Beispiel viele Museumsbesucher nicht, dass Maler wie Otto Heinrich Engel oder Jacob Alberts selbst in "Grethjens Gasthof" waren und es Bilder in der Sammlung gebe, auf denen man noch heute genau den Ort auf Föhr erkennen könne, an dem sie entstanden sind.

"Ich wünsche der Sammlung Spaß und Erlebnisreichtum", sagt Wolff-Thomsen und kündigt an, dass auch die Museumspädagogik, die bisher von Sadowskys Ehefrau Inge Krichau Sadowsky geleitet worden war, weitergeführt werden soll. "Die Stelle wird ausgeschrieben und hoffentlich bald besetzt", kündigt die neue MKDW-Chefin an. "Das ist eine wichtige Position, die ein große Rolle für die Besuchervermittlung spielt".

Neben ihrer Arbeit in Alkersum will Ulrike Wolff-Thomsen ihre Lehrtätigkeit in Kiel weiter ausführen. Und sie kann sich vorstellen, ihre Studenten auch auf die Insel zu holen. "Ich habe vor, Blockveranstaltungen im MKDW zu machen und Studenten mit der Sammlung arbeiten zu lassen", kündigt die Professorin an, die sich im übrigen"vollständig auf die Insel einlassen" will.

"Wir werden hier her ziehen", berichtet sie, dass ihr Mann sich als gebürtiger Nordfriese schon total auf die Heimkehr an die Westküste freue. Und sie selbst finde es spannend, "mich nicht einfach ins Auto setzen zu können und zu sagen, ich fahre jetzt nach Berlin".

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