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Am nebeler Strand : Ein selbst gebackener Kuchen zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Fritz Bernd Weber ist seit 20 Jahren Rettungsschwimmer auf Amrum. Sein Sohn will in seine Fußstapfen treten.

Besondere Ehrung am Inselstrand: Für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement als Rettungsdienstler der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wurde Fritz Bernd Weber ausgezeichnet. Bei strahlendem Sonnenschein unangekündigt an seinem Arbeitsplatz besucht, war Weber, im Zivilberuf Polizeihauptkommissar in Köln, natürlich überrascht. Im leuchtend roten Kapuzenpulli der DLRG kam er beim Ruf der beiden Amrum Touristik-Vertreter grinsend die Treppe seines Wachstandes hinunter. Während Frank Timpe die Urkunde und ein kleines Präsent überreichte, „etwas Bleibendes“, schälte Susanne Daufenbach, zuständig für die Koordination der Insel-DLRG-ler, ihren selbstgebackenen Kuchen aus der Umhüllung. Für Frank Timpe war es ein willkommener Anlass, danke zu sagen und sich über die DLRG-Crews zu freuen, die Amrum seit Jahren die Treue halten. „Das kann man gar nicht hoch genug gewichten“, sagte der Tourismus-Chef.

Weber nahm die Glückwünsche auch von Hans-Hubert Hatje, dem DLRG-Präsidenten, und Thies Wolfhagen, Chef des Landesverbandes Schleswig-Holstein, entgegen. Beide auf Amrum nicht anwesend, aber handschriftlich auf der Urkunde vertreten.

20 Jahre und kein bisschen müde. Im Gegenteil: Weber kann sich auch noch zehn weitere Jahre vorstellen. Der 53-Jährige sieht mit Freude, wie die Ehrenamtlichen jedes Jahr wieder zu neuen Teams zusammenwachsen, wie manche Jungs im Rettungsdienst schon ihren Vätern folgen, wie die „alten Säcke“ (Weber über Weber und gleichalte Kollegen) die Neulinge in die Besonderheiten des Reviers einführen. In seinem sechsköpfigen Team, das er als Stellvertreter gemeinsam mit Wachführer Dr. Torsten Zaiß führt und das sich zwischen Süddorf, Nebel und dem Nebeler FKK-Strand aufteilt, haben sie in den letzten Jahren das Rettungskonzept immer weiter verfeinert – hin zu einer lückenlosen Rettungskette.

Weber kam durch Zufall nach Amrum. Irgendein Zuständiger bei der Verteilung hatte sich in der Insel geirrt. War egal, Amrum gefiel ihm. Er macht hier auch Urlaub mit Frau und Sohn. „Mein Sohn“, sagt er, „will in zwei Jahren auch ins Team.“

Geld bringt der Job nicht wirklich. Es gibt ein Tagegeld von rund 22 Euro. Dafür auf Amrum Logis an einem zwar nicht sehr neuen, aber pittoresken Ort: dem Haus des Gastes in Nebel. Weber gefällts: „Morgens beim Frühstück gucken wir mit der Sonne übers Watt nach Föhr. Schön ist das!“

Enthusiasmus ist also nötig, sportliche Grundfitness auch. Man muss 16 Jahre alt sein und das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber haben. Die Neuen in Webers Team kommen in den Schulferien, zwischen Abitur und Studium, wieder andere in den Semesterferien. Man kann Wunschziele nennen – Amrum zum Beispiel. Hier werden jede Saison mindestens 18 Rettungskräfte gebraucht. Wer in der Vor- und Nachsaison kann (Mai/Juni und September), dem wird das Reisegeld auch schon bei Kurzeinsätzen erstattet. Glaubt man Fritz Bernd Weber, dann ist so ein Urlaub mit Verantwortung bei der größten freiwilligen Wasserrettungsorganisation der Welt eine ganz tolle Sache – Ehrensache!

Nach einer Stunde Klönschnack wird der Mann unruhig. „Meine Stammgäste warten bestimmt schon“, sagt er und nickt rüber Richtung FKK. Den Strandabschnitt hat er derzeit unter seinen wachen Augen. Wenn man ihn fragt, ob die Menschen unvorsichtiger werden beim Schwimmen, schüttelt er den Kopf. „Achtzig Prozent der tödlichen Badeunfälle passieren in knietiefem Wasser in Binnengewässern“, sagt er. Was er den Badenden rät: „Nie zu weit raus, die Windrichtung beachten und den Respekt vor der See behalten.“ Vor Amrum sind außerdem die Priele mit ihrer bei Hochwasser oft unsichtbaren Strömung nicht zu unterschätzen. 20 Leute haben die DLRG-ler in den letzten 25 Jahren aus dem Wasser geholt. Alle rechtzeitig.

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