Föhr und Amrum im jahr 2014 : Ein Schiffsunfall forderte die Rettungskräfte

Acht Hubschrauber transportierten die Unfallopfer ab.
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Acht Hubschrauber transportierten die Unfallopfer ab.

Adler Express prallte ungebremst gegen den Wittdüner Fähranleger – der erste Teil unseres Jahresrückblicks.

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05. Januar 2015, 13:15 Uhr

Januar: Zur Sitzung des Amtsausschusses Föhr-Amrum hatte sich mit Schleswig-Holsteins damaligem Innenminister Andreas Breitner und dem nordfriesischen Landrat Dieter Harrsen hoher Besuch angekündigt. Einziges Thema war die Reform des kommunalen Finanzausgleichs und die Verteilung der Mittel unter Berücksichtigung der Inselsituationen.

Auf Föhr wurde der Ausbau des Breitbandnetzes abgeschlossen. Mit einer Bandbreite von 16 Megabit pro Sekunde verfügen seither auch die bis dahin unterversorgten Gemeinden über einen Zugang zur Datenautobahn.

In Boldixum fiel der Startschuss für die Sanierung des Turmes der St.-Nicolai-Kirche. Bis 2017 sollen die Arbeiten an dem Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert abgeschlossen sein.

Februar: In Norddorf beschlossen die Gemeindevertreter die Anschaffung eines mobilen Wachturms für die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft. Der alte Turm war dem Orkan „Christian“ zum Opfer gefallen.

Auf Amrum gründete sich die Genossenschaft „Üüs Aran eG“ mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum für die Insulaner zu schaffen und dauerhaft zu sichern. Die Gemeinde Wittdün stellte für das Projekt ein Grundstück in der Mittelstraße zur Verfügung.

Nach Wittdün, Oevenum und Wrixum beschlossen auch die Verantwortlichen in Utersum, einen Antrag auf Anerkennung als Fehlbedarfsgemeinde zu stellen.

März: Wyk Politiker nahmen einen neuen Anlauf für das geplante Wohnprojekt an der Boldixumer Straße, nachdem viele Interessenten abgesprungen waren. Statt der anfangs im Raum stehenden 4000 Euro soll der Quadratmeter nun zirka 2800 Euro kosten.

Die Föhr Tourismus GmbH wurde für die Startseite ihres Internet-Auftritts auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin mit dem „Tourism Media Award – Das Goldene Stadttor“ ausgezeichnet.

Zu einem Familiendrama kam es in Midlum. Dort kam auf einem Aussiedlungshof ein Ehepaar durch den Einsatz einer Schusswaffe zu Tode. Die Ermittlungen ergaben, dass es keine weiteren Tatbeteiligten gegeben hatte.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei trennte sich von der MS „Rüm Hart“. Das Ausflugsschiff wurde an die Partnerreederei Norden-Frisia verkauft.

Auf Amrum verzögerten sich die Ausbauarbeiten für die Breitbandversorgung. Die Gemeinde Norddorf fürchtete angesichts eines zu erwartenden 15 Meter hohen Sendemastes um das Landschaftsbild.

April: In Nieblum kamen die Arbeiten am neuen Bohlenweg, der den Nieblumer Strand mit der Wyker Promenade verbindet, gut vorane. Dafür brachte ein Bagger gut 200 Spalteichenpfähle in den Boden.

Die 2004 eröffnete Nationalpark-Ausstellung im Dach des Wyker Amtsgebäudes feierte ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Feierstunde.

Mai: Amrum hat wieder ein Kino. Nachdem der letzte Vorhang im September 2012 gefallen war, öffnete das Inselkino seine Pforten im neuen Dorfgemeinschaftshaus. Das wurde nach 19 Monaten Bauzeit eingeweiht.

Die katholische Gemeinde hatte Grund zum Feiern: Vor 40 Jahren wurde der Grundstein für die Marienkirche am Rebbelstieg gelegt.

Aufregung verursachte die Ankündigung der Nord-Ostsee Sparkasse, sich aus der Fläche zurückzuziehen und kleinere Filialen zu schließen.

Bei der Europawahl blieb die CDU auf beiden Inseln stärkste Kraft. Viele Insulaner gaben auch der AfD ihre Stimme und in Wyk und auf Föhr-Land wurden die Euro-Kritiker viertstärkste Kraft.

Im Wyker Johanneshaus wurde ein Palliativzimmer eingeweiht. Seither können Sterbende und deren Angehörige auf der Insel betreut werden.

Juni: Für einen Großeinsatz am Wittdüner Fähranleger sorgte ein Unfall der „Adler-Express“. Einsatzkräfte der Insel und vom Festland sowie Rettungshubschrauber arbeiteten Hand in Hand, um die Verletzten zu bergen. Das Schiff war ungebremst gegen den Anleger geprallt und schwer beschädigt worden.

Probleme bei der Telekom sorgten dafür, dass Amrum fünf Tage lang offline war. Nichts ging mehr in Sachen Internet und es wurde deutlich, wie sehr sich das weltweite Netz in den Alltag integriert hat.

Das Hin und Her in Sachen Tourismus ging in die nächste Runde, nachdem erneute Gespräche zwischen der Stadt und den elf Föhrer Landgemeinden zu einem Kompromiss geführt hatten: Einstimmig sprachen sich Wyks Stadtvertreter für die Fortführung der gesamtinsularen Tourismusstruktur aus.

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