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Insel-Bote

24. Oktober 2017 | 04:54 Uhr

Vor Wittdün : Ein Riese im Wattenmeer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die MS „Deutschland“ fand bei der kniffligen Fahrt nach Amrum optimale Bedingungen vor. Die Passagiere genossen es, beim Landgang die Insel zu erkunden.

Das aus der Fernsehserie „Das Traumschiff“ bekannte Kreuzfahrtschiff MS „Deutschland” konnte nach der wetterbedingten Absage im vergangenen Jahr nun erstmals vor Wittdün vor Anker gehen. Entsprechend groß war bereits am frühen Morgen das Interesse der Gäste und Insulaner, das Einlaufen des 175 Meter langen Luxusliners zu verfolgen. Auf der Wandelbahn an Wittdüns Südspitze herrschte den ganzen Tag reger Besuchsverkehr und auch viele Freizeitkapitäne nutzten die Chance, um zum Kreuzfahrer auszulaufen und einen Blick aus der Nähe auf das einzige Kreuzfahrtschiff unter deutscher Flagge zu werfen.

Mit rund 480 Passagieren an Bord war die MS „Deutschland“ von Hamburg Richtung Amrum ausgelaufen. „Die Wetterverhältnisse sind heute wirklich optimal für einen Besuch im Wattenmeer“ freuten sich sowohl Kapitän Elmar Mühlebach als auch seine Staff-Kapitänin Claudia Kempkes über das herrliche Sommerwetter und die spiegelglatte See vor Amrum. Ruhige See ist allerdings auch für die sichere Fahrt ins Rütergatt, das nach Amrum verlaufenden Fahrwasser, von Nöten. „Wir hatten an der sogenannten Barre noch zwei Meter Wasser unterm Kiel“, berichtet Kempkes. Mühlebach verdeutlichte dann auch, dass bei einem Tidenhub von rund drei Metern am Übergang zur offenen Nordsee die volle Flut für die Passage des 5,8 Meter tief gehenden Kreuzfahrtschiffs benötigt wird.

Mit dem Tidenhub mussten sich dann auch die Besatzungen der Tenderboote beim Übersetzen der Passagiere zum Fähranleger auseinandersetzen. „Optimal sind für solche Transfers Schwimmstege, die den Wasserstand ausgleichen und das sichere Ein- und Aussteigen erleichtern“, erklärte Kapitän Mühlebach die Situation am Molenkopf. Die in den vergangenen Jahren genutzte Anlegestelle im Hafenbecken drei musste jedoch aufgrund der starken Versandung aufgegeben werden. Da dieser Bereich zu selten genutzt wird, wäre eine Erhaltungsbaggerung wirtschaftlich nicht darstellbar.

„Wir sind bereits zum 18. Mal an Bord und freuen uns, dass wir nun unserer Urlaubsinsel mal auf diese Weise einen Besuch abstatten können“, berichten Traute und Gerd Borchert aus Hamburg. Bereits seit 64 Jahren verbringt der 70-jährige seinen Urlaub regelmäßig in Süddorf und hat dabei der Familie Martinen über drei Generationen die Treue gehalten. Da war es auch selbstverständlich, dass die Borcherts die Delegation aus Vertretern der Amrum-Touristik, einer in Friesentracht gekleideten Süddorferin und dem Sicherheitsbeauftragten auf Deck drei persönlich begrüßten.

Die vom Landgang zurückkehrenden Gäste des Kreuzfahrers zeigten sich durchweg begeistert von der Insel und statteten sich am Stand der Amrum-Touristik gerne mit entsprechendem Infomaterial aus. Die Mannschaft des in Wittdün stationierten Seenotrettungskreuzers „Vormann Leiss“ verabschiedete den Luxusliner, der nachmittags weiter Richtung Esbjerg und List fuhr, mit einer imposanten Wasserfontäne aus der Feuerlöschkanone.

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