Eilun-Feer-Skuul : Ein richtig starker Jahrgang

33 junge Insulaner erreichten die allgemeine Hochschulreife.
33 junge Insulaner erreichten die allgemeine Hochschulreife.

Abi 2018: Bei 20 Prozent der Absolventen steht auf dem Zeugnis eine Eins vor dem Komma.

shz.de von
25. Juni 2018, 10:00 Uhr

In „unübersehbar tollem Prachtgefieder, in der fünften und sechsten Klasse noch gehudert“, hieß Carl Wögens, der Schulleiter der Eilun-Feer-Skuul, den Abiturjahrgang 2018 bei der Entlassfeier willkommen und nahm damit Bezug auf das diesjährige Jahrgangsmotto: „AbituriEnten – 12 Jahre rumgedümpelt“. Da 20 Prozent des Jahrganges mit einer Eins vor dem Komma abgeschnitten und Nervenstärke in den Nachprüfungen gezeigt hätten, wagte er ein „Rumdümpeln“ anzuzweifeln. „Der Erfolg beruht darauf, dass nicht jeder Erfolg haben kann“, belehrte er und ermunterte die scheidenden Schüler, nicht den Blick für Benachteiligte zu verlieren.

„Die Schulgemeinschaft kann Euch auch fehlen“, mutmaßte Matthias Dillmann, Klassenlehrer des gesellschaftswissenschaftlichen (G-)Profils und ging in seinen Abschiedsworten darauf ein, dass Einsamkeit die Gesundheit gefährden könne. So gebe es in Großbritannien inzwischen sogar eine Einsamkeitsministerin, die simple Verhaltensweisen zum Gegensteuern empfiehlt. Heutige Schüler hätten als „Digital Natives“ zwar gute Voraussetzungen für das Lernen mit modernen, digitalen Medien, jedoch lebe die Diskussion beim „Face-to-Face-Lernen“ von Gestik und Mimik des Gegenübers. Somit eigneten sich Bildschirmseminare nicht für alle Unterrichtsfächer. „Ich wünsche Euch einen Lebensweg, der zum Guten führt. Bleibt neu und werdet nicht gierig“, zitierte Dillmann sich abschließend mit einem Augenzwinkern selbst.

„Man hätte ahnen können, dass ein bekennender Friese seine Gedanken auf Friesisch zum Ausdruck bringt“, so Erk Roeloffs, Klassenlehrer des naturwissenschaftlichen (N-)Profils, „Lokelk a mensken an rik det lun, huar werkin an schongen gung hun uun hun“ (Glücklich die Menschen und reich das Land, wo Arbeit und Singen gehen Hand in Hand). Anknüpfend an „Hand in Hand“ bescheinigte er seinen ehemaligen Schülern, dass sie schon viel von dem in Lehrplänen vorkommenden Metabegriff „Handlungskompetenz“ bewiesen hätten. Beim 2016 gewonnenen Landeswettbewerb zum Schlagwort „Corporate Social Responsibility“, der mit einem Segeltörn auf der Ostsee belohnt wurde, wurde die zulässige Teilnehmerzahl um zwei überschritten, so dass Freiwillige gefunden werden mussten, die den Heimweg anzutreten hatten. Nach wirklich ernsten und konstruktiven Diskussionen „opferten“ sich zwei, denen bis heute sein uneingeschränkter Respekt gelte, sagte Roeloffs und fügte hinzu: „Wenn das keine Handlungskompetenz ist“. Er bezeichnete die Zeugnisse als krisensichere „Abitur-Aktie“ und als Startkapital für die Lebensbörse, an der gleichfalls gehandelt werde. Also brauche man auch hier „Handlungskompetenz“.

Wie eine große Patchwork-Familie hätte sich die Klasse angefühlt, so die Abiturientinnen Emma Eisersdorff und Maja Hansen aus dem G-Profil. Dabei hoben sie die ehrliche und disziplinierte Art ihres „Klassenpapas“ Matthias Dillmann hervor und den Spaß, den sie mit ihm gehabt hatten, bevor sie mit großem Dank ihren Lehrern kleine Präsente überreichten. „Man hat gemerkt, dass Sie Ihre Klasse gern haben. Und wir haben Sie auch gern“, formulierten Nils Winterhalter und Alicia Hille aus dem N-Profil ihr Dankeschön an Klassenlehrer Erk Roeloffs, dem sich der Dank an alle Fachlehrer anschloss.
Winterhalter nahm den Stundenausfall in der Oberstufe so gekonnt aufs Korn, dass manche Zuhörer sich vor Lachen bogen und manch ein Lehrer sich fragte, wie ein so komödiantisches Talent so lange verborgen bleiben konnte.

Elternvertreterin Maja Zimmermann ermunterte die Schüler, die Ausbildungszeit zu genießen und versicherte ihnen, sie würden stets ein Stück von Föhr in ihren Herzen haben.

Die Youngster Big-Band der Kreismusikschule unter der Leitung von Josef Antoš bewies, wie schon am Vortag bei der Abschlussfeier der Gemeinschaftsschule, dass Schüler der Eilun-Feer-Skuul selbst die musikalische Umrahmung von Festen mit Bravour übernehmen können. Einige Abiturienten selbst präsentierten ein mitreißendes Lied (E- Piano Emilia Marienfeld), das die Zuhörer mit viel Applaus honorierten.

Besondere Ehrungen gab es für Franziska Müller für ihre besonders guten Leistungen in Philosophie und Mathematik, für Leonie Hildebrandt (ebenfalls Mathematik) und für Nils Winterhalter. Winterhalter erhielt nicht nur den Preis der Ferring-Stiftung für das beste Abitur, sondern auch für herausragende Leistungen in Physik und, so Schulleiter Wögens, für sein gemeinschaftsdienliches Verhalten.

Sie haben die Abiturprüfung  bestanden:   Geeske Christiansen, Emma Eisersdorff, Melf Fritsch, Kina Früchtnicht, Fernand Gloy, Derya Gökmen, Lyna-Michelle Gringmuth, Maja Hansen, Leonie Hildebrandt, Alicia Hille, Hanna Ketels, Nico Kowalewski, Lewin Kreuseler, Marike Lorenzen, Emilia Marienfeld, Franziska Müller, Antonia Mylin, Leif Nissen, Justin Obojiagbe, Nannie Paulsen, Tiada Peterzumplasse, Runa Reck, Sweja Riewerts, Ben Schäfer, David Scherer, Alexandra Stolte, Marvin Timm, Fredrique Touqui, Amelie Veith, Jonna Weckenmann, Evje Wieck, Nils Winterhalter,  Svea Witt.

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