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Insel-Bote

25. September 2017 | 04:50 Uhr

Auf Föhr : Ein Paradies für Meister Lampe

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In der Marsch fühlen sich Feldhasen richtig wohl. Auf der Insel haben die Tiere keine natürlichen Feinde.

Am Sonntag hat er seinen großen Auftritt, beliefert die Kinder mit bunten Eiern und ist selbst, in buntes Stanniolpapier verpackt, in vielen Osternestern zu finden. Viele Stadtkinder kennen den Osterhasen nur als Schokoladen- oder Dekofigur. Doch auf der Insel Föhr haben sie nicht nur zu Ostern gute Chancen, auch einmal einen echten Hasen zu sehen. Denn den Feldhasen (Lepus europaeus) trifft man gerade in der Föhrer Marsch besonders häufig an.

In dieser offenen Agrarlandschaft fühlt er sich wohl, weilt tagsüber gut getarnt in seiner Sasse und ist überwiegend nachts und in der Dämmerung aktiv. Bei Gefahr drückt er sich an den Boden und flüchtet erst im letzten Moment. Mit Haken und einer Spitzengeschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometern hängt er jeden Verfolger ab. Die reinen Pflanzenfresser bringen in der Zeit von März bis Oktober drei- bis viermal bis zu fünf Junge zur Welt, die sich einzeln in der offenen Landschaft verstecken. Die Hasenkinder sind im Gegensatz zu jungen Kaninchen behaart und können bereits sehen. Die Häsin kommt nur nachts, um ihre Jungen zu säugen. Einzeln aufgefundene Jungtiere sind nicht verlassen worden und sollten von Menschen nicht angefasst werden, da sie sonst von der Mutter verstoßen werden könnten.

Der größte Feind des Hasen sind die Mähmaschine, das Auto sowie die Krähen, die viele Jungtiere aufspüren, so dass mehr als die Hälfte der Hasen nicht einmal ein Jahr alt wird.

Der Bestand an Hasen wird in Schleswig-Holstein bereits seit 1995 im Rahmen eines Wildtierkatasters erfasst. Dazu wird im Frühjahr und im Herbst jeweils eine Doppelzählung auf festgelegten Fahrtrouten vorgenommen, die bei Dunkelheit mit Hilfe von Scheinwerfern durchgeführt wird. Die Ergebnisse aus bisher 18 Erhebungsjahren in den 63 Zählgebieten liefern aussagefähige Daten, aus denen hervorgeht, dass der Hase in Schleswig-Holstein (noch) nicht gefährdet ist.

Auf Föhr ist der Hasenbesatz mit der Höchste in ganz Deutschland, was unter anderem daran liegt, dass es auf der Insel keine Füchse gibt. Allerdings ist der Trend landesweit negativ und ein starker Zusammenhang zwischen Hasenpopulation und Witterungsverlauf im Frühjahr und Sommer zu erkennen.

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