zur Navigation springen

Verwaiste Eltern : Ein neuer Ort des Gedenkens

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Platz, an dem Eltern einen Baum für ihre verstorbenen Kinder pflanzen können, war lange umstritten. Nun wurde ein geeignete Areal gefunden

von
erstellt am 01.Nov.2014 | 09:00 Uhr

Eltern von verstorbenen oder still geborenen Kindern pflanzen Bäume auf Föhr und schaffen sich einen Ort, den sie aufsuchen und an dem sie an ihr Kind denken können. Eine charmante Idee, die Brigitte Wulf, auf Föhr und Amrum für den bundesweit agierenden Verein „Verwaiste Eltern“ tätig, im Februar dieses Jahres erstmals vor dem Wyker Hafenausschuss präsentiert hatte. Das Projekt, das im Ausschuss positiv aufgenommen worden war, steht nun vor der Realisierung: Als Areal stellt die Stadt eine Fläche im Wäldchen unweit des Spielplatzes „Löwenhöhle“ bereit.

Keine leichte Geburt, denn nach der Sitzung, in der sich die Mitglieder einstimmig für die Aktion ausgesprochen hatten, haderten einige mit dem soeben noch begrüßten Standort im Nordseekurpark. Der Umstand, dass auch eine Gedenktafel angebracht werden sollte und eine Eröffnungsfeier in größerem Rahmen geplant war, missfiel insbesondere Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen. Doch man blieb im Gespräch, die Unstimmigkeiten sind mittlerweile ausgeräumt und der neue Standort wurde als „Plan B“ von Brigitte Wulf akzeptiert.

An der ursprünglichen Idee allerdings, die Eröffnung gemeinsam mit Vertretern des Bundes- und Landesverbandes Schleswig-Holstein der „Verwaisten Eltern“ zu gestalten, hält sie fest. Schließlich lebe das Projekt davon, dass Menschen es kennen und darüber sprechen – und gezielt nach Föhr kommen, um hier einen Baum zu pflanzen.

Vorgeschlagen hatte die alternative Fläche, die als Folge der Sturmschäden ohnehin aufgeforstet werden muss, Wyks Hafenchef Ulrich Koch. Das Gelände beherbergte ursprünglich ein mittlerweile verschlammtes Biotop, das nun verfüllt werden soll. Noch liegen auf dem Areal, das im Winter geräumt wird, viele Bäume, die den Stürmen „Christian“ und „Xaver“ zum Opfer gefallen waren. Im Frühjahr, so Koch, kann das Terrain sukzessive neu aufgeforstet werden.

„Eine Lösung, mit der ich leben kann“, zeigte sich auch Bürgermeister Paul Raffelhüschen froh, dass die Kuh nun vom Eis ist, wenn auch logistisch noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Denn ob die Anpflanzungen jeweils einzeln erfolgen und ob die Setzlinge auf der Insel erworben oder mitgebracht werden, darüber denken die Initiatoren derzeit nach. Auch werden Überlegungen angestellt, eine jährliche oder halbjährliche Pflanzaktion zu organisieren. Ohnehin muss die Firma Grünbau einbezogen werden und festlegen, wo Schirmtannen, Buchen oder Ahornbäume künftig ihren Platz finden sollen. „Um ein Chaos zu vermeiden“, so Koch, „könnte Grünbau auch die Setzlinge für die jeweilige Pflanzaktion besorgen“. Zieren soll das Areal an der Friedenseiche ein Dalben aus dem Wyker Hafen. Der wurde mit Schmetterlingen versehen, so Ulrich Koch, „dem bundesweiten Zeichen der Verwaisten Eltern“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen