Menschen des Jahres 2018 - Verein Inselgeburt : Ein Nest für neue Inselkinder

Das Vorstandsteam Susanne Keisat, Jasmine Nissen, Manfred Hinrichsen und Christine Blum (v. li.)
Das Vorstandsteam Susanne Keisat, Jasmine Nissen, Manfred Hinrichsen und Christine Blum (v. li.)

Die Eröffnung eines Geburtshauses für Föhrer und Amrumer werdende Mütter steht kurz bevor. Zu verdanken ist dies dem Verein Inselgeburt.

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30. November 2018, 19:00 Uhr

Als vor drei Jahren die Geburtshilfeabteilung im Wyker Krankenhaus geschlossen wurde, war die Empörung auf der Insel groß. Dass nun die Eröffnung eines Geburtshauses kurz bevorsteht, in dem Föhrer und Amrumer Hebammen Inselkindern wieder auf der Insel ins Leben verhelfen können, ist dem Verein Inselgeburt zu verdanken, dessen Mitglieder dafür kämpfen, Geburten auf der Insel wieder möglich zu machen.

Dessen Vorstandsmitglieder hätten sich anfangs nicht träumen lassen, wie schwierig es sein würde, die einfache Idee eines Geburtshauses in die Tat umzusetzen, denn immer neue bürokratische Hürden haben die Eröffnung verzögert und das ganze Projekt wurde vor allem für die Vorsitzende Susanne Keisat, zu einem zweiten „Vollzeitjob“. Und auch Schriftführer Manfred Hinrichsen schuftete, anstatt sein Pensionärsdasein zu genießen, über Monate Tag für Tag beim Ausbau des Hauses am Grünstreifen.

Zweite Vorsitzende ist Jasmine Nissen. Sie hatte zwei Kinder auf Föhr geboren und war gerade mit dem dritten schwanger, als der Wyker Kreißsaal geschlossen wurde. Zur Geburt musste sie aufs Festland, ihre beiden Großen zurücklassen, fühlte sich zerrisen und unsicher. „Man züchtet sich so Notfälle heran“, ist sie überzeugt. Die 37-jährige Gotingerin und Beisitzerin Göntje Braren (33) sind die beiden jungen Mütter im Inselgeburt-Vorstand, dem sonst Insulaner angehören, die bereits Enkel haben oder haben könnten.

„Für mich ist es ganz wichtig, dass Frauen eine natürliche Geburt haben und dass sie selbst entscheiden können, wie und wo sie ihre Kinder bekommen“, begründet Beisitzerin Christine Blum (74) ihr Engagement. Für Manfred Hinrichsen (66) war neben der Geburt des eigenen Enkelkindes auf dem Festland ausschlaggebend, dass er nicht mehr hinnehmen wollte, dass in den zurückliegenden Jahren so viele öffentliche Einrichtungen auf Föhr geschlossen wurden. „Man sollte als Bürger nicht nur meckern, sondern etwas tun“, sagt er. „Junge Mütter haben nicht die Zeit, sich für so ein Projekt einzusetzen. Da habe ich es als Verpflichtung empfunden“, erklärt Susanne Keisat (54).

Getragen werden sie alle von der, so Keisat, „unfassbaren Unterstützung“ der Bevölkerung. Das „Babynest“ ist inzwischen fertig, nun hoffen sie, dass auch die letzten bürokratischen Hürden bald beseitigt sind.

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