Geburtshaus auf Föhr : Ein Nest für Inselbabys

Spaß bei der Arbeit 1: Seit Hoteldirektor Hauke Petersen, sein technischer Leiter Dennis Magnussen und ihr Team auf der Baustelle ranklotzen, geht es voran.
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Spaß bei der Arbeit 1: Seit Hoteldirektor Hauke Petersen, sein technischer Leiter Dennis Magnussen und ihr Team auf der Baustelle ranklotzen, geht es voran.

Dank der Unterstützung des Upstalsboom-Teams: Ausbau geht mit Riesenschritten voran.

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23. Juni 2018, 12:30 Uhr

Überall stehen Farbeimer, liegen Leitungen auf dem blanken Estrich und stehen staubdicht verpackte Einrichtungsgegenstände im Weg herum. Dass in diesem Rohbau schon in wenigen Wochen die ersten Inselkinder geboren werden sollen, ist kaum vorstellbar.

Immerhin, der Raum, in dem in Zukunft Gesprächsrunden stattfinden und Kurse abgehalten werden sollen, vermittelt schon einen Eindruck davon, wie es hier mal aussehen wird. Eine in warmem rot gestrichene Wand, ein prächtiger Kachelofen, viele Fenster und eine Tür zum Garten – hier lässt sich die Wohlfühlatmosphäre bereits erahnen, die das ganze „Babynest“ einmal ausstrahlen soll.

„Babynest“, so nennt der Verein „Inselgeburt“ das Haus, in dem nun das wieder möglich werden soll, was nach der Schließung des Kreißsaals in der Wyker Klinik vor knapp drei Jahren nicht mehr ging: Geburten auf der Insel Föhr. Dank vieler Spenden, unter anderem eines großen Betrags des Pharmaunternehmers Frederik Paulsen, und vieler Unterstützer von der Insel konnte der Verein ein Haus am Wyker Grünstreifen anmieten, das nun zu einem Geburtshaus umgebaut wird, das „Inselgeburt“ dann sämtlichen Föhrer und Amrumer Hebammen zur Verfügung stellen wird.

Zu den Unterstützern des Projektes gehört auch das Team des Upstalsboom-Hotels an der Gmelinstraße. Das hatte nach ehrenamtlichen Jobs gesucht, um die Zeit bis zur Fertigstellung des Hotelbaus zu überbrücken – und im Babynest jede Menge Arbeit gefunden. Nachdem die „Inselgeburt“-Vorsitzende Susanne Keisat und Schriftführer Manfred Hinrichsen vom Angebot der Upstalsboomer gehört hatten, nahmen sie gleich Kontakt auf. „Und wir haben uns auf Anhieb total gut verstanden“, freut sich Keisat. Seit Mitte Mai malochen nun jeden Tag Hotel-Mitarbeiter auf der Babynest-Baustelle. Und da, wo zuvor vor allem ein pensionierter Lehrer und ein Arzt mit großem Elan gewerkelt hatten, „konnten wir nun endlich Profis ranlassen“, so Hinrichsen. Denn zum Team des technischen Leiters des Hotels, Dennis Magnussen, gehören ein Elekriker, ein Gas- und Wasserinstallateur und ein Tischler. Sie und viele Hotelfachleute drücken nun aufs Tempo, drei bis vier Upstalsboomer sind jeden Tag auf der Baustelle, oft auch noch mehr. „Dass wir hier mit anpacken dürfen, ist auch für uns ein Gewinn“, meint Hoteldirektor Hauke Petersen. Denn durch diese Gemeinschaftsaktion lernen sich auch die Mitarbeiter des neuen Hotels richtig kennen. „Das dient auch der Teambildung“, meint Petersen und sagt dann augenzwinkernd, dass vom Babynest auch sein Betrieb profitieren wird. Denn das Hotel habe fast 120 Mitarbeiter und da sei absehbar, dass etliche von denen Kunden im „Babynest“ werden.

Das soll übrigens, dank der Mithilfe der Freiwilligen, noch im Lauf des Sommers eröffnet werden. „Mit den wesentlichen Bauarbeiten sind wir bald durch“, glaubt Manfred Hinrichsen. Sobald das Haus dann komplett eingerichtet ist und von den Behörden abgenommen wurde, können dort Föhrer und Amrumer Babys wieder als echte Insulaner geboren werden. Sein wichtigstes Ziel will der Verein „Inselgeburt“ aber auch dann nicht aus den Augen lassen. „Die Wiedereröffnung des Kreißsaals steht für uns trotzdem immer noch an oberster Stelle“, betonen Hinrichsen und Keisat unisono.

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