Seenotrettungskreuzer : Ein Nachfolger für die „Vormann Leiss“

Auf der Werft wurde jetzt das Herzstück des neuen Schiffs eingebaut.
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Auf der Werft wurde jetzt das Herzstück des neuen Schiffs eingebaut.

Die Retter lassen ein Schiff einer neu entwickelten Klasse bauen. Die Taufe und Indienststellung soll zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS Ende Mai gefeiert werden.

shz.de von
27. Januar 2015, 12:15 Uhr

Zwei kräftige Herzen werden im ersten Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot der neuen 28-Meter-Klasse schlagen, den die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zurzeit auf der „Fr. Fassmer-Werft“ im niedersächsischen Berne-Motzen bauen lässt. Dort haben die Schiffbauer jetzt die beiden zusammen fast 4000 PS starken Motoren eingebaut. Die DGzRS beabsichtigt, die neue Rettungseinheit zu ihrem 150-jährigen Bestehen am 30. Mai 2015 zu taufen.

Das völlig neu konstruierte 28-Meter-Schiff ist als leistungsfähiger Nachfolgetyp für die bewährte 27,5-Meter-Klasse vorgesehen. Den Auftrag zum Bau der ersten drei Einheiten hat die DGzRS an die Fassmer-Werft vergeben.

Das Typschiff der 28-Meter-Klasse mit der internen Bezeichnung SK 35 (Tochterboot: TB 39) ist für die Station Amrum bestimmt. Dort soll es im Zuge der Modernisierung der Rettungsflotte die 23,3 Meter lange „Vormann Leiss“ mit ihrem Tochterboot „Japsand“ ersetzen. Die 1985 erbaute „Vormann Leiss“ ist der dienstälteste Seenotrettungskreuzer an der schleswig-holsteinischen Westküste. Gemeinsam mit den in den vergangenen Jahren in Dienst gestellten Rettungskreuzern der Nachbarstationen soll der Neubau dann diesen Teil der viel befahrenen Deutschen Bucht absichern.

In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne werden die neuen Schiffe jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich führen. Sie erhalten moderne Weiterentwicklungen der jüngsten Tochterboote der bestehenden 27,5-Meter-Klasse.

Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden Seenotrettungskreuzer und Tochterboot im bewährten Netzspantensystem vollständig aus Aluminium gebaut, als Selbstaufrichter konstruiert und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Freunde und Förderer der DGzRS können in einem umfangreichen Werft-Tagebuch mit Bildergalerien und Videos auf der Internetseite www.150-jahre-seenotretter.de verfolgen, wie der neue Seenotkreuzer entsteht.

Ebenfalls in diesem Jahr abgeliefert wird ein weiteres Seenotrettungsboot der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Auch diese neue Rettungseinheit, die in Rostock entsteht, soll zum Jubiläum der DGzRS getauft und in Dienst gestellt werden. Ihre künftige Station steht noch nicht fest.

Die DGzRS setzt derzeit von 54 Stationen in Nord- und Ostsee rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote ein. Die Seenotleitung Bremen der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Coordination Centre) koordiniert zentral alle Such- und Rettungsmaßnahmen. Trotz aller Technik: Im Mittelpunkt des Rettungswerkes steht nach wie vor der Mensch. Ohne die Bereitschaft der Seenotretter zu ihren nicht selten gefahrvollen Einsätzen wäre die Arbeit der DGzRS auch heute nicht denkbar. Jahr für Jahr fahren die Einheiten der Rettungsflotte mehr als 2000 Einsätze auf Nord- und Ostsee.



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