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deutsche lebensrettungsgesellschaft : Ein mühsamer Weg zum Ziel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Föhrer Nachwuchs überzeugte bei den Kreismeisterschaften in Niebüll. Die Erst- und einige der Zweitplatzierten nehmen im Frühsommer an den Landesmeisterschaften teil.

Der Wecker klingelte um kurz vor sieben Uhr morgens. Es ist Sonntag und damit eigentlich viel zu früh, um aufzustehen. Wie gerne würde man noch liegen bleiben und einfach weiterschlafen. Doch es nützt nichts, man muss hoch.

Auch eine Stunde später am Hafen ist die Müdigkeit noch nicht ganz verflogen. Es ist ruhiger, als man es von einer neunköpfigen Gruppe von Kindern im Alter zwischen sieben und fünfzehn Jahren erwarten würde. Nur Brar Nissen, Vorsitzender der Föhrer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), ist schon richtig wach. Kein Wunder, er ist ja auch schon seit rund zwei Stunden auf den Beinen. DLRG-Jugendwartin Beate Nissen war schon um sechs Uhr mit der Fähre gefahren, um in Niebüll alles vorzubereiten. Kreismeisterschaften im Schwimmen wollen schließlich wohlorganisiert sein.

„Am wichtigsten ist, dass die Kinder Spaß haben. Der Ehrgeiz sollte aber auch nicht zu kurz kommen. Perfekt ist es, wenn sie dann auch noch etwas gewinnen“, meinte Nissen vor der Abfahrt. Aber nach so viel Arbeit ist es klar, dass er gerne auch etwas erreichen würde.

Schon Mitte Dezember hatte er seinen Trainingsplan auf diesen Wettkampf zugeschnitten. Doch richtig ernst wurde es erst im Januar. Das Aquaföhr war geschlossen, sodass man ausweichen musste. Glücklicherweise hatte die Reha-Klinik in Utersum schon länger das kleine Schwimmbad der DLRG zu Trainingszwecken zur Verfügung gestellt. Natürlich ist diese Bahn kein Vergleich zu dem Becken im Wyker Wellenbad. Trotzdem konnte man dort trainieren und zumindest die Kondition aufrecht erhalten. Und zu Beginn dieses Monats öffnete dann auch die Schwimmhalle wieder ihre Pforten. Während der Großteil der Gruppe ein ganz normales Training absolviert hat, wurde für die Teilnehmer der Kreismeisterschaften ein Sonderprogramm geboten. Da man sich bei dem Wettkampf naturgemäß nicht blamieren möchte, wurde alles Wichtige trainiert.

Um rund halb zehn kam die Truppe an der Schwimmhalle Niebüll an. Eine kurze Instruktion ins Programm, und dann ging es ins Wasser. Einschwimmen war angesagt. Dann ging es auch schon los. Fünf Niederlassungen der DLRG in Nordfriesland hatten Schwimmerinnen und Schwimmer entsandt, die sich in verschiedenen Disziplinen miteinander messen sollten. Die Stimmung in der Halle war enorm. Die verschiedenen Teilnehmer haben sich gegenseitig angefeuert und sehr viel Lärm gemacht.

Los ging es mit den kombinierten Wettkämpfen. Das heißt, die ersten 25 Meter werden in einer Brustschwimmart geschwommen, die zweiten 25 Meter auf dem Rücken. Die Altersklassen sieben bis 14 traten jeweils in Dreiergruppen gegeneinander an. Für die Altersklassen 15 bis 17 hieß es als erstes, eine mit Wasser gefüllte Puppe zu „retten“. Danach ging es weiter mit den Flossen-Wettkämpfen. Nach den letzten Einzelwettbewerben, dem Hindernisschwimmen, wurden noch in den Staffeln die Sieger ermittelt. Hier gab es kombinierte Staffeln und Rettungsstaffeln.

Insgesamt standen bei den Kreismeisterschaften vor allem die Fähigkeiten als Retter auf dem Prüfstand. Egal ob verschiedene Schwimmtechniken oder direkt das Retten der Puppe: Alles, was hier ausgeschwommen wurde, wird den jungen Sportlern später im Rettungseinsatz helfen. Das ist es, was die Kreismeisterschaften der DLRG von jenen anderer Schwimmvereine unterscheidet. Das Kernziel des Vereins ist es, Menschenleben zu retten und zu helfen.

Doch natürlich denkt man mit neun oder auch zwölf Jahren noch nicht so sehr über seine Zukunft nach. Für die Schwimmer stand am Sonntag vor allem der Sport im Vordergrund. Es ist doch etwas anderes, sich in einem Wettkampf mit anderen Schwimmern zu messen, als im Training seine Bahnen zu ziehen. Doch Wettkämpfe sind rar, sodass diese Kreismeisterschaften doch etwas aus dem Alltag herausstechen. Eine Erfahrung für die Teilnehmer sind sie auf jeden Fall.

Gegen 14.30 Uhr waren die Wettkämpfe beendet und es galt, die Urkunden zu verleihen. Die Föhrer Mannschaft war durchaus erfolgreich: Zwei erste Plätze, drei zweite und jeweils ein vierter, achter, neunter und ein zehnter Rang wurden am Ende eingefahren. Zudem gewann die Staffel der Mädchen die Goldmedaille. „Bei dem Hindernisschwimmen hätte ich besser sein können, aber der Rest war echt gut.“, sagte Normen Gehrmann über seinen ersten Platz. Und auch die ebenfalls Erstplatzierte Anna Strelow freute sich sehr: „Es war echt cool, dort zu schwimmen.“ Auch Brar Nissen war zufrieden. Es hätten ein, zwei Leute besser schwimmen können, aber mit der Mannschaftsleistung bin ich voll und ganz zufrieden, so der Coach.

Nach der Siegerehrung ging es zurück nach Föhr. Niedrigwasser sorgte für eine Verzögerung, so dass die insgesamt 16 Beteiligten um 18 Uhr wieder auf der Insel ankamen. Doch der Alltag wird nun nicht wieder einkehren. Die Erstplatzierten und auch einige der Zweitplatzierten werden im Frühsommer an den Landesmeisterschaften teilnehmen. Dann wird es wieder heißen: Früh aufstehen und ab aufs Festland. Dann vielleicht auch in neuem Outfit. Inspiriert von den Badehosen der anderen Teams wurde bei Brar Nissen für dieses Event auch gleich eine ähnliche Ausrüstung bestellt.

 

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erstellt am 23.Feb.2015 | 20:15 Uhr

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