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kahlschlag : Ein Mischwald für den Föhrer Forst

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Großer Beliebtheit bei den Spaziergängern erfreute sich der Amtsforst beim Wyker Flugplatz. Wer sich aber heute aufmacht, um unter dem Schutz der Baumkronen zu wandern, erkennt die Gegend kaum wieder.

Großer Beliebtheit bei den Spaziergängern erfreute sich der Amtsforst beim Wyker Flugplatz. Wer sich aber heute aufmacht, um unter dem Schutz der Baumkronen zu wandern, erkennt die Gegend kaum wieder. Wo früher Fichten und Tannen standen, erstrecken sich kahle Flächen. Zu „verdanken“ ist dies den Orkanen „Christian“ und „Xaver“, die auch auf Föhr Spuren der Verwüstung hinterließen.

„Etwa 50 Prozent unseres Bestandes an Sitkafichten und Tannen sind bei den Stürmen vernichtet worden“, schätzt Forstwirt Ole Sieck bei einem Rundgang mit Vertretern des Föhrer Forstbetriebsverbandes. Dass diese Bäume nicht mehr ähnlich wie Mikado-Stäbchen im Wald herumliegen, ist dem Einsatz einer deutsch-österreichischen Firma zu verdanken, die nicht nur auf Föhr, sondern auch auf Amrum mit den Aufräumarbeiten beauftragt wurde. Fast rund um die Uhr sind die Mitarbeiter dieses Unternehmens im Einsatz, um das Holz zu bergen. Wenn alles nach Plan geht, sollen sie bis zum Ende der Woche die Arbeiten im Amtsforst abgeschlossen haben.

Nicht Handarbeit ist dabei mehr gefragt, die Aufräumarbeiten besorgen vielmehr große Ernte- und Rückemaschinen. Maschinell werden dann auch die zugeschnittenen Baumstämme eingesammelt und mehrere Meter hoch am Weg gestapelt. Nachdem Forstwirt Sieck die Festmeter bemessen hat, geht der Holztransport zum Wyker Hafen, wo die Stämme auf Jan Christiansens Schiff „Catjan“ verladen werden. Wie von Friedrich Riewerts, dem Vorsitzenden des Forstbetriebsverbandes, zu erfahren ist, besorgt der Unternehmer selbst die Vermarktung des Holzes. Je nach Qualität wird es entweder an eine Papierfabrik geliefert, oder als Industrieholz für Paletten genutzt.

„Das Wüten alleine von ‚Xaver‘ hat einen Schaden von zirka 2000 Festmetern Holz zu Folge gehabt“, berichtet Sieck, der inzwischen davon ausgeht, dass beide Stürme im Amtswald, auf dem Golfplatz und auf privaten Waldflächen für insgesamt 3000 bis 4000 Festmeter Schaden gesorgt haben.

Die jetzt entstandenen Freiflächen sollen natürlich wieder aufgeforstet werden, wobei Riewerts auch auf Zuschüsse hofft. Aber nicht Fichten und Tannen sollen gepflanzt werden, sondern ein Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen ist das Ziel. Sobald es die Witterung zulässt, will der Verband unter Federführung von Ole Sieck die Neubepflanzung in Angriff nehmen. „Wir selbst werden wohl nicht mehr in den Genuss eines Spaziergangs unter hohen Laubbäumen kommen, aber unsere Kinder und Enkel können sich freuen“, meinte Verbands-Chef Riewerts dazu.

Ole Sieck hofft, dass sich Freiwillige zum Setzen der jungen Bäumchen finden werden. Dabei äußert er noch einen besonderen Wunsch an alle Schaulustigen. „Alle Interessierten dürfen gerne bei den Arbeiten zuschauen.“ Es wäre aber wünschenswert, dass sie zu Fuß kommen und nicht mit ihren Autos durch den Wald fahren. Bei einer solchen Aktion blieb, wie der Forstwirt berichtete, ein Auto stecken, und sein Besitzer erhoffte sich von Sieck die Befreiung.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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