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Satire auf Föhr und Amrum : Ein Lästermaul mit scharfer Zunge

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Hans Scheibner macht sich auf beiden Inseln Gedanken über aktuelle Ereignisse und fragwürdige Entwicklungen.

Ob er Geschichten über eingefrorene Liebeseier erzählt, über deutsche Ordnungs-Salafisten, Zeckenexperten und Fahrradhelme im Bett: Hans Scheibner ist skurril, absurd und irre komisch. Das will der Hamburger Satiriker in dieser Woche auch wieder auf den Inseln beweisen. Morgen, Mittwoch, tritt der Kabarettist mit seinem Programm „Überhaupt nicht kompatibel“ im Norddorfer Gemeindehaus auf, am Donnerstag, 22. Oktober, im Wyker Kurgartensaal.

Ein reines Textprogramm wird Scheibner an beiden Abenden präsentieren, verrät er bei einem Telefonat, mit kleinen Szenen, aktuellen Glossen und Satiren. Klar, dass auf aktuelle Ereignisse Bezug genommen wird: „Man geht ja mit den Dingen mit. Und es ist zur Zeit alles grauenvoll, was da passiert oder auch nicht passiert“, so Scheibner.

Und dass in seinen Augen mal wieder nichts zueinander passt, teilt der scharfzüngige Hanseat im Vorfeld in einer Presseerklärung mit. So lasse Horst Seehofer ganz Bayern mit Stacheldraht einzäunen und fordere Betreuungsgeld für sich, heißt es da. Und: Die Merkel tritt ab sofort nur noch mit Kopftuch auf und verneigt sich fünfmal am Tag gegen Mekka. Bonner Politiker würden das Flüchtlingsgefühl ausprobieren und original über die gefährliche Spree schaukeln. Europa aber bliebe stark: „Die haben ja schließlich schon oft genug bewiesen, wie einig sie sein können, wenn es um Schwachsinn geht wie die Seilbahn-Pflicht oder die Kondom-Länge.“

Volkswagen habe endlich den Schuldigen für den Abgasbetrug gefunden: Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Als Aufsichtsrat von VW habe er schon 2011 beschönigt, „was am Ende hinten rauskommt.“ Scheibner fühlt sich auch persönlich schuldig am VW-Skandal, denn die Verantwortlichen hätten ja mal wieder nach seinem Slogan gehandelt: “Das macht doch nichts, das merkt doch keiner …“

Auch, dass die Neo-Nazi-Idioten und die Pegida nie mehr„Deutschland über alles“ grölen wollen, weil sie Angst hätten, das könnte von den Flüchtlingen als Willkommensgruß verstanden werden, teilt Scheibner mit. Und ganz nebenbei erfinde Alexander Dobrindt die Maut für Fußgänger. Zudem löse Peter Altmaier das Flüchtlingsproblem. Alle Flüchtlinge hätten für zehn Jahre Arbeit: Sie dürften das Unkraut auf dem Berliner Flughafen wegschneiden – mit der Nagelschere.

Scheibner selbst fordert die Fahrradhelmpflicht auch im Bett und im Sarg. Aber alles, alles Elend wäre ja noch auszuhalten – „wenn bloß der Kaiser nicht zu Uli Hoeneß in den Knast ziehen muss“. Das wäre sogar für Seehofer noch schlimmer als die Flüchtlingsplage, ist sich Hans Scheibner sicher. Sein überraschendes Fazit: Alles hängt mit allem zusammen aber nichts ist miteinander kompatibel.

Beide Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Für den Föhrer Auftritt gibt es Eintrittskarten im Vorverkauf bei allen Tourist-Informationen auf Föhr sowie unter www.foehr.de. Für die Veranstaltung auf Amrum sind Tickets im Vorverkauf bei allen Büros der Amrum-Touristik erhältlich. Zum Norddorfer Gemeindehaus (und zurück) fährt zudem ein Sonderbus, 19 Uhr ab Wittdün, 19.10 Uhr ab Nebel.

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erstellt am 20.Okt.2015 | 17:00 Uhr

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