Kreistag : Ein Hauch von Karibik

Die Nationalflagge Jamaikas
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Die Nationalflagge Jamaikas

CDU, Grüne und FDP wollen im Kreistag gezielt zusammenarbeiten. Von einer Jamaika-Formation - Schwarz, Gelb und Grün sind die Landesfarben des Karibikstaates - wollen die Fraktionsspitzen jedoch nichts wissen.

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12. Juni 2008, 06:59 Uhr

Nordfriesland | Schon in der vergangenen Wahlperiode haben CDU und Bündnis-Grüne im nordfriesischen Kreistag punktuell gemeinsam Politik gemacht - jetzt ist die Allianz mit einer weiteren Partei - den Liberalen - breiter aufgestellt. "Ja, wir haben uns auf eine Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen geeinigt", bekräftigt Astrid Damerow, die Fraktionsvorsitzende der CDU gegenüber unserer Zeitung. Von Jamaika, dessen Nationalfarben Schwarz, Grün und Gelb an die politische Couleur der Partner erinnern, wollen sowohl Astrid Damerow als auch Andreas Tietze, der Fraktionschef der Grünen, indes nichts wissen und sprechen vom bösen "J-Wort".
Kenntnis der Parteiprogramme überzeugte

Nachdem man die "inhaltlichen Korridore" gecheckt habe, gebe es eine Kooperation, aber eben keine Koalition, betont Tietze. Natürlich würden die Parteien ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit behalten. Astrid Damerow dazu: "Eine starre Blockbildung liegt uns fern." Die Christdemokraten - die bei der Kommunalwahl ihre absolute Mehrheit eingebüßt haben - hätten sich aber die Frage gestellt: "Suchen wir immer wieder neue Partner oder streben wir eine längerfristige Zusammenarbeit an?" Auch mit SSW, Wählergemeinschaft Nordfriesland und SPD habe die Fraktionsspitze Gespräche geführt - doch, so Astrid Damerow, Übereinstimmungen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit habe man nur bei Grünen und FDP feststellen können. FDP-Fraktionschefin Heide-Marie Rasch und Andreas Tietze loben die "offene Gesprächsatmosphäre" bei den Konservativen und deren Kenntnis der Parteiprogramme der Konkurrenz.

Inhaltliche Übereinstimmungen sieht das Trio Tietze-Damerow-Rasch bei der Haushaltskonsolidierung, bei der Kooperation mit den Nachbarkreisen, im Küsten- und Klimaschutz, bei der Wirtschaftsförderung und in der Sozialpolitik.
Im Aufsichtsrat ist jede Partei vertreten

58 Abgeordnete ziehen in den neuen Kreistag ein, der sich heute konstituiert. Die schwarz-grün-gelbe Allianz verfügt über 32 Sitze (CDU: 25, Grüne: 4, FDP: 3) - und hat damit die Mehrheit. Die SPD errang am 25. Mai zwölf, die Wählergemeinschaft sieben, der SSW fünf und die Partei "Die Linke" zwei Mandate.

Trotz der rechnerischen Mehrheit wollen CDU, Grüne und FDP nicht alles, was an Sitzen in Aufsichtsräten und anderen Gremien wie dem Regionalrat zu vergeben ist, für sich reklamieren. Andreas Tietze spricht von einem "fairen Weg": Etwa die Hälfte der Posten soll demnach an die übrigen Fraktionen gehen. Im Aufsichtsrat des Klinikums Nordfriesland sollen nach Vorstellung von Rasch, Tietze und Damerow weiterhin SPD, CDU, SSW, Grüne und die Wählergemeinschaft vertreten sein.

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