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Rundes Jubiläum : Ein halbes Jahrhundert für die Kirche

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Vor 50 Jahren begann Martin Bruchwitz als Kantor in der Lübecker Bodelschwingh-Gemeinde. Auch das Gotteshaus war damals neu erbaut.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 20:10 Uhr

Für Martin Bruchwitz, Kantor der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai, geht ein besonderes Jahr zu Ende. Auf ein halbes Jahrhundert Kirchendienst blickt der 74-Jährige zurück, ein Jubiläum, das er auf Einladung der Friedrich von Bodelschwingh-Gemeinde in Lübeck feierte. Denn auch die dortige Kirche im Stadtteil St. Lorenz-Nord wurde nach einigen Jahren Bauzeit vor 50 Jahren eingeweiht. Für Bruchwitz eine besondere Einladung, denn er erhielt in dem neuen Gotteshaus als erster hauptberuflicher Kirchenmusiker eine Anstellung.

Eine besondere Einladung auch, da es „ein Zeichen ist, dass man nicht vergessen ist“. Und so freute sich der Jubilar, alte Bekannte zu treffen. Insbesondere den damaligen Pastor Jürgen Harloff, für den die neu gebaute Kirche ebenfalls die erste Stelle gewesen war und der sein Amt kurz vor Martin Bruchwitz angetreten hatte.

Beide arbeiteten seinerzeit eng zusammen und schwelgten in Lübeck in Erinnerungen. Vor allem Bruchwitz’ besonderes Vorgehen bei der Chorwerbung sorgte auch nach so vielen Jahren noch für Lacher. Denn der Kantor betrieb seine Akquise nicht nur im Konfirmanden-Unterricht, sondern machte auch vor Hausbesuchen bei den Eltern nicht halt. Dass der damals 23-Jährige bei diesen Gelegenheiten auch schon mal für einen Staubsaugervertreter gehalten wurde, tat der Sache keinen Abbruch.

Ein Kinder- und Jugendchor sowie die Kantorei und ein Posaunenchor waren das beachtliche Ergebnis der emsigen Werbung. „Mit seinem Engagement hat der Kantor der ersten Stunde Pionierarbeit geleistet und den Grundstein für die erstklassige Kirchenmusik gelegt“, ist Simon Schumacher, heute Kantor an der Bodelschwingh-Kirche, voll des Lobes. Dem zudem das seltene Glück zuteil geworden sei, der erste Kirchenmusiker einer neu erbauten Kirche zu sein.

Für den Höhepunkt der Feierlichkeiten in Lübeck sorgte die Kantorei, die die Teile eins bis drei des Weihnachtsoratoriums von Bach aufführte. Grund genug für den Wyker Gast, den Chor für heute Abend in die St.-Nicolai-Kirche nach Boldixum einzuladen. Dort wird der Gemeindechor, verstärkt mit Stimmen und Musikern vom Festland, um 19 Uhr unter seiner Leitung die Teile eins und vier bis sechs des Bachschen Werkes präsentieren.

1941 in Berlinchen/Neumark geboren, besuchte Martin Bruchwitz ein Internat in Dahlem in West-Berlin. 1958 zog die Familie aus dem damaligen Ost-Berlin nach Niebüll. Bereits 1961 folgte der Umzug nach Lübeck, wo Bruchwitz begann, Kirchenmusik zu studieren. Es folgten die C- und darauf aufbauend die B-Prüfung. Am 1. Januar 1965 nahm er die hauptberufliche Stellung als Kantor in Bodelschwingh an. Parallel studierte er weiter und nahm Kurs auf die A-Prüfung, belegte Fächer wie Orgel, Klavier, Orchester dirigieren und Tonsatz.

Die Arbeit mit den Chören hatte sein Interesse an der pädagogischen Arbeit geweckt und 1967 begann der junge Musiker mit dem Pädagogik-Studium in Flensburg. Als frisch gebackener Junglehrer wurde er 1970 nach Wyk versetzt. Hier war die Stelle des Kantors in Boldixum vakant, auf die sich Bruchwitz als Nachfolger von Fritz Falk bewarb. Seither ist der nun pensionierte Lehrer als nebenberuflicher Kantor für die Gemeinde St. Nicolai tätig.

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