Ein friesischer "Anker in der Nordsee"

Die Freimaurer trafen sichim evangelischen Gemeindehaus.  Foto: ib
Die Freimaurer trafen sichim evangelischen Gemeindehaus. Foto: ib

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07. November 2012, 03:59 Uhr

Föhr | Premiere beim 84. Stiftungsfest: Die bereits 1928 gegründete Föhrer Freimaurerloge "Zum Anker an der Nordsee" hielt zum ersten Mal eine Zusammenkunft in friesischer Sprache ab, was für die Teilnehmer ein besonderes Erlebnis und sicherlich auch einmalig in der Welt der Freimaurerei war. Mit dieser "Arbeit" - so nennen Freimaurer ihre Zusammenkünfte im "Tempel" - auf Friesisch wurde demonstriert, dass Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit für Freimaurer alles andere als eine leere Hülse sind und sie die Mitglieder in ihrer Loge ohne Ansehen des religiösen Bekenntnisses, der Rasse, der Staatsangehörigkeit und der politischen Überzeugung aufnehmen.

Um die Entstehung der Freimaurerei ranken sich verschiedenste Legenden. Sicher ist, dass sie aus den Dombauhütten der Werkmaurer und Steinmetzen im mittelalterlichen England entstanden ist. Die Geschichte der heutigen Freimaurerei beginnt in England am Johannistag 1717. Die Ideen der Aufklärung, die auch heute noch Grundlage sind, förderten die weitere Entwicklung und Ausbreitung der Freimaurerei. Die erste Loge auf deutschem Boden entstand 1737 in Hamburg und besteht noch heute. Freimaurer bedienen sich einer bildreichen Sprache, die der Werkmaurerei der mittelalterlichen Dombauhütten entnommen ist. Das Ziel aller maurerischen Bünde und Logen ist das der Menschenveredelung oder, um es mit einem Begriff aus dem Sprachgebrauch der Logen zu sagen: Aus einem unbehauenen Stein einen behauenen Stein zu formen.

Freimaurerlogen sind humanistisch und christlich orientiert. Die Logen unterhalten auch wohltätige Stiftungen. Die alten, universellen Werte wie Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit und Toleranz geben den Freimaurern dabei Orientierung und sind Maßstab zugleich.

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