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Zum Tode von Harald Nissen : Ein Förderer der friesischen Kultur

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der frühere Rektor der Grundschule Föhr-West ist im 86. Lebensjahr verstorben. Er hat mehr als eine Föhrer Generation musikalisch geprägt.

Im 86. Lebensjahr verstarb Harald Nissen aus Süderende, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 als Rektor der Grundschule Föhr-West tätig war. Geboren in Dithmarschen, aufgewachsen in Schleswig, traf Nissen im Alter von 22 Jahren – mit einem Geigenkasten unter dem Arm – als Junglehrer in der Volksschule in Oldsum ein. Über Jahrzehnte legte er bei seinen Schülerinnen und Schülern die Grundlagen für ihren schulischen und beruflichen Werdegang.

Harald Nissen tauchte schnell in die friesische Gesellschaft ein. Die friesische Sprache zu lernen entsprach seiner Auffassung von Achtung und Wertschätzung der friesischen Kultur. Mit den Jahren verfügte er über einen umfangreichen Wortschatz. Insbesondere alte Worte, die drohten, in Vergessenheit zu geraten, sowie der Gebrauch alter friesischer Bezeichnungen lagen ihm am Herzen.

Als Mitbegründer des TSV Föhr-West übernahm er Verantwortung und unterstützte den Verein an „seiner“ Schule nach Kräften. Auch den Lions-Club Föhr etablierte er als Gründungsmitglied auf der Insel und wirkte über 46 Jahre aktiv mit.

Seine große Leidenschaft galt aber der Musik. Seit 1951 war Harald Nissen aktiver Sänger, 42 Jahre lang leitete er den Männergesangverein Föhr-West, der unter ihm zu einem virtuosen Chor reifte. Zugleich bildete er über Jahrzehnte hinweg junge Trompeter, Posaunisten, Tenorhorn- und Saxophonspieler aus. Hierbei griff er auch immer wieder selbst zum Instrument und konnte sich manchmal überschäumend über sich ärgern, wenn er seinen eigenen, hohen Anforderungen nicht gerecht wurde. Viele junge Musiker fanden später den Weg zu den Musikfreunden Föhr-West, für die Nissen quasi die Jugendarbeit übernahm. Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass er zusammen mit seiner Frau Dagmar mehr als eine Generation musikalisch geprägt hat. Auch dabei hat er die friesische Sprache und die friesische Kultur angenommen, gelebt und gefördert.
Nach der Pensionierung wandte sich Harald Nissen der Geschichte der St.Laurentii-Kirche zu. Er führte das kirchliche Archiv und recherchierte viele Details. Sein erworbenes Wissen gab er bei Kirchen- und Friedhofsführungen an die Zuhörer weiter. Dabei verstand er es auf sehr humorvolle Weise, die alten Grabsteine auf dem Süderender Friedhof zum Reden zu bringen. Nun hat er selbst dort seine letzte Ruhestätte gefunden.

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