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Im Wyker Hafen : Ein Föhrer Sommernachtstraum

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wunderschöne Musik an einem wunderschönen lauen Abend: Das Bläserensemble „ten Thing Brass“ begeisterte nicht nur das Publikum an Bord der „Nordfriesland“, sondern auch einige Zaungäste.

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erstellt am 17.Aug.2014 | 10:30 Uhr

Es war eine dieser lauen Sommernächchte, die schon nahezu mediterran anmuten, eine der Nächte, die man am liebsten im Freien verbringen würde, und sicher nicht in einem heißen, stickigen Konzertsaal. Trotzdem war das Schiffskonzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals bis auf den letzten Platz ausverkauft. Und etwas von der sommerlichen Leichtigkeit nahmen die Konzertebsucher und Musikerinnen mit an Bord der „Nordfriesland“, die im Wyker Binnenhafen festgemacht hatte.

„ten Thing Brass“ das Bläserensemble, das nur aus Frauen besteht, hatte die perfekte Musikmischung für einen schönen Sommerabend mitgebracht, keine schwere Kost und niemals Seichtes, aber immer wieder Überraschendes. Spielten die jungen Norwegerinnen doch überwiegend Stücke, die für ganz andere Instrumente komponiert worden waren. Songs aus Weills „Dreigroschenoper“, Melodien aus Bizets Oper „Carmen“, Tangos von Astor Piazzolla, ein Walzer von Tschaikowsky oder ein Satz aus der Klaviersonate A-Dur von Mozart – nur von Blasinstrumenten gespielt, hörten sie sich vielleicht etwas ungewohnt an, aber wunderschön. Ungewohnt klangen auch die Melodien aus Händels Feuerwerksmusik, doch die hatte der Komponist im Jahr 1749 tatsächlich zunächst nur für Bläser geschrieben. „Wir spielen den Sommer, es ist Sommer, so ist es perfekt“, hatte „ten Thing Brass“-Chefin Tine Thing Helseth dem Publikum Piazzollas „Verano porteno“ angekündigt. Perfekt, wie der ganze Abend, der das Fähren-Publikum beschwingt nach Hause gehen ließ.

Und nicht nur das. Denn Zuhörer hatten die Bläserinnen nicht nur auf dem zum Konzertsaal umfunktionierten Autodeck, sondern auch auf der Ostkaje, an der die „Nordfriesland“ lag. Zufällig vorbeikommende Passanten, die anhielten, ein wenig lauschten oder auch für den Rest des Konzertes am Hafen verweilten und andere, die sich ganz bewusst, ausgestattet mit Campingsesseln, einer Flasche Wein und Knabberzeug, an diesem Abend ein wunderschönes Open-Air-Konzert gönnten – auch sie erlebten einen ganz besonderen Föhrer Sommernachtstraum.

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