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Wattenmeer-Nationalpark : Ein etwas anderer Strandspaziergang

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Weit über 100 Insulaner beteiligten sich gestern an der Müllsammelaktion an den Föhrer und Amrumer Küsten. Sie fanden Unmengen Abfall.

„Die kleinen Plastikteilchen sind besonders gefährlich für alle in und auf der Nordsee lebenden Tiere“. Dies machten Lilli und Max von der Schutzstation Wattenmeer auf Föhr den über 30 Interessierten deutlich, die sich gestern am Wyker Südstrand zum Müllsammeln trafen. Anlass für diese Reinigungsaktion an der gesamten schleswig-holsteinischen Westküste, die auf Föhr unter der Regie der Mitarbeiter des Nationalpark-Hauses, des BUND und der Tourismus-Organisationen zeitgleich auch in Nieblum, Witsum und Dunsum startete, war das Jubiläum des Nationalparkes schleswig-holsteinisches Wattenmeer.

Nicht zuletzt auch das wunderschöne Herbstwetter wird dazu beigetragen haben, dass an allen Stationen zahlreiche Insulaner und mehrere Urlauber-Familien eintrafen, die das Nützliche mit dem Angenehmen kombinierten, nämlich einen gemütlichen Strandspaziergang verbunden mit der Säuberung des Strandes. Auch für Vierbeiner war dies eine gelungene Aktion, wenn sie auch wenig zum Erfolg beitragen konnten. „Wir haben mit 50 Helfern gerechnet, gekommen sind deutlich mehr“, freute sich der Leiter des Wyker Natinalpark-Hauses, Walter Stubenrauch, über die große Resonanz auf die Aktion.

Für die notwendige Ausrüstung in Form von Müllsäcken und Handschuhen hatten die Vertreter der beteiligten Organisationen gesorgt. Nach kurzer Diskussion hatten sich die Akteure dann so organisiert, dass sie die gesamte Breite des Strandes systematisch absammeln konnten. Am meisten Müll wurde am Deich zwischen Dunsum und dem Schöpfwerk Föhr-Mitte gefunden – insbesondere im Sörenswai-Vorland. Hier sammelten die Helfer innerhalb von zwei Stunden rund 20 große Säcke. Aber auch die eigentlich sauber anmutenden Strandabschnitte in Nieblum, Witsum und Wyk bargen einige negative Müllüberraschungen. Die Bandbreite der eingesammelten Abfälle ging an den vier Sammelorten von kleinen Industriepellets und Schnüren aus Scheuerschutznetzen über Plastikflaschen, Schläuchen bis hin zu einem toten Basstölpel mit Netzresten im Schnabel.

Auch auf Amrum haben sich Naturschutz- und Touristik-Organisationen an der Aktion beteiligt. Von Norddorf und Wittdün aus starteten insgesamt etwa 60 „Müllsammler“ in Richtung Nebel, um auf dem Kniepsand, dem großen Amrumer Strand, den im Laufe des Jahres angespülten Müll einzusammeln. Vom Flaschenverschluss über Flaschen, Kunststoffteile, Schuhe, Seil- und Netzreste wanderte so ziemlich jeder erdenkliche Abfall in die Müllsäcke. Insgesamt wurden etwa 30 große Säcke gefüllt. Diese mussten zum Teil in zeitweiligen Depots am Strand abgelagert werden, da es nicht möglich war, den ganzen Müll bis nach Nebel mitzunehmen. Diese Depots wurden dann von den Mitarbeitern der Amrum-Touristik mit Traktor und Hänger eingesammelt. Am Ende gab es im Nebeler „Strandpiraten“ eine Stärkung und ein kleines Dankgeschenk von der Nationalparkverwaltung.

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