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vogelschutz auf Föhr : Ein Erfolgsmodell für Uferschnepfen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

15 Landwirte und acht Gebietsbetreuer waren im vergangenen Jahr für den Wiesenvogelschutz auf der Insel im Einsatz.

„Die Aktion zum Schutz der Uferschnepfen auf Föhr ist ein erfolgreiches Vorhaben, das aber allein nicht ausreicht, den Bestand dieser Vögel zu erhalten.“ Zu diesem Fazit gelangt der Diplom-Biologe Frank Hofeditz nach der Auswertung der letztjährigen Ergebnisse des Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes (GWS) auf der Insel, die er zu Beginn der neuen Brutsaison in den Räumen des Bundes für Naturschutz Deutschland (BUND) in Wyk vorstellte.

Hofeditz ist der wissenschaftliche Betreuer des GWS, der unter dem Dach des BUND seit acht Jahren durchgeführt wird. Dabei arbeiten Landwirte und ehrenamtliche Gebietsbetreuer beim Schutz der vom Aussterben bedrohten Uferschnepfen, die früher prägend für die Marschen waren, zusammen. Die Betreuer ermitteln die Standorte der Gelege und versuchen, die Entwicklung der jungen Familien zu beobachten. Die beteiligten Landwirte richten die Nutzung ihrer Fennen auf die Bedürfnisse der Vögel aus, indem sie die Mahd verschieben, ihr Vieh später auf die Weide bringen oder den Bereich der Gelege absperren. Dafür erhalten sie dann Ausgleichszahlungen aus dem sogenannten Feuerwehrtopf, der vom Landwirtschaftsministerium in Kiel gefüllt wird.

Im vergangenen Jahr waren, wie die Auswertung des Biologen ergab, 15 Landwirte und acht Gebietsbetreuer im Einsatz. So konnten 39 Uferschnepfenreviere, 37 Kiebitz-, 38 Austernfischer- und elf Rotschenkelgelege geschützt werden und die beteiligten Landwirte insgesamt 21  700 Euro Ausgleichszahlungen erhalten. Dabei waren 74 Prozent der durch den GWS geschützten Uferschnepfen auf rund 62 Hektar anzutreffen, die sich damit auf rund 1,2 Prozent der Föhrer Marschflächen aufhielten.

In der Übersicht des Biologen sind nicht die Uferschnepfen erfasst, die beispielsweise auf Flächen des Vertragsnaturschutzes gebrütet haben. Danach waren auf Föhr im vergangenen Jahr insgesamt 53 Reviere registriert worden. Dies bedeutet zwar über die Jahre hinweg einen Rückgang des Bestandes, wobei dank des GWS aber eine höhere Aufzuchtrate beim Vogelnachwuchs verzeichnet werden konnte. Im Jahr 2009 wurden nach Hofeditz’ Information insgesamt 15 flügge gewordene Jungvögel registriert, 2016 betrug ihre Zahl 33. „Ein guter Bruterfolg nützt aber wenig, wenn der Nachwuchs später nicht mehr genug geeignete Flächen vorfindet, um selbst erfolgreich brüten zu können.“

Grünlandverluste und eine wirkungsvolle Entwässerung der Marsch sind nach seiner Überzeugung wichtige Faktoren, die den Bestand der Uferschnepfen bedrohen. Es sei daher notwendig, für diese Vögel geeignete Flächen dauerhaft zu erhalten. In diesem Zusammenhang berichtete Frank Hofeditz von einem neuen Pachtmodell des Kreises Nordfriesland. Geplant sei demnach, dass der Landwirt dem Kreis für 30 Jahre eine Fläche verpachte und dafür zu Beginn der Laufzeit 80 Prozent des Wertes erhalte. Der Landwirt bleibe Eigentümer, aber der Kreis übernehme die Fläche und verpachte sie unter bestimmten Auflagen weiter. So könne man dem Wiesenvogelschutz gerecht werden, so die Überzeugung des Biologen.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 12:30 Uhr

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