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Insel-Bote

22. August 2017 | 22:43 Uhr

Ein entschleunigtes Dorfzentrum

vom

550 Jahre Oevenum: Im Rahmen der Feier wurden auch das neue Spritzenhaus und ein Dresdner Wunschbrunnen präsentiert

Oevenum | Wenn schon im Süden der Republik ein "Triple" recht ist, sollte dieses für ein kleines Dorf im hohen Norden nur billig sein. Und so feierte die Gemeinde Oevenum gemeinsam mit Einwohnern und Besuchern nicht nur ihr 550-jähriges Bestehen, sondern präsentierte den vielen Neugierigen neben dem nigel-nagel-neuen Feuerwehr-Spritzenhaus erstmals auch offiziell den neu gestalteten Dorfgarten mit dem alten Dresdner Wunschbrunnen als besonderem Hingucker.

Entsprechend groß war auch die Schar der Gratulanten, die Bürgermeisterin Gisela Riemann in ihrer Begrüßungsrede willkommen heißen konnte: Neben der Amtsvorsteherin Heidi Braun und der Direktorin des Amtes Föhr-Amrum, Renate Gehrmann, überbrachte denn auch der stellvertretende Amtswehrführer Hauke Brett den Oevenumer Feuerwehrkollegen die besten Wünsche aller Inselwehren. Ebenso wie der Hohner Jugendwart Klaus Krassowski als Vertreter der Partnerjugendwehr.

Die Gemeinde Oevenum hatte lange auf dieses Ereignis hin gearbeitet, denn bereits vor rund drei Jahren stand für die Gemeindevertreter fest: Das alte Spritzenhaus hat seine besten Jahre längst hinter sich. Mit Geldern aus dem Topf der AktivRegion konzipierte und baute man schließlich ein ebenso ansehnliches wie funktionales neues "Spritzenhaus" - so soll der Neubau laut Bürgermeisterin Riemann weiterhin heißen - mit entsprechenden Räumlichkeiten für Feuerwehrbelange und einer Teeküche im ersten Stock. Im Erdgeschoss hingegen triumphiert die Jugend mit einem kleinen Ausstellungskomplex - immerhin kann Oevenum mit der 1882 gegründeten Jugendfeuerwehr auf die älteste ihrer Art verweisen.

Dass ein neues Gebäude auch nach passendem Ambiente verlangt, wurde dem gebürtigen Oevenumer und obersten Föhr-Amrumer Feuerwehrchef Joachim Christiansen schnell klar: Ein Brunnen sollte her. Denn dort, wo der kleine "Aschie" Christiansen damals mit seinen Kumpels auf dem Löschteich schlitterte, herrscht seit 1963 Ebbe - der alte Löschteich wurde zugeschüttet.

Für sein Brunnen-Projekt holte er sich künstlerische Beratung durch Hermann Hinsberger, der bereits den Wyker Mühlenpark neu gestaltet hatte. Hier halfen allerdings keine öffentlichen Gelder, Christiansen reiste mit dem großen Hut quer über die Insel. Die Gemeindevertretung legte aus der Haushaltskasse drauf und mit vereinten Arbeitskräften entstand eine kleine Grünoase als neues "entschleunigtes" Dorfzentrum. "Kannst mir erzählen, was Du willst", so Christiansen, "vom kleinen Feuerwehrsteppke bis zum Hochbetagten konnte sich jeder mit seinen Möglichkeiten einbringen. Und nur so funktioniert auch heute noch richtiges Dorfleben".

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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