Ulrike Wolff-Thomsen: : „Ein bisschen ist man auch Eventagentur“

Die Otto-Heinrich-Engel-Ausstellung liegt der Museumschefin besonders am Herzen.
Die Otto-Heinrich-Engel-Ausstellung liegt der Museumschefin besonders am Herzen.

Die Chefin des Museums Kunst der Westküste ist seit einem Jahr im Amt. Sie hat viele Pläne für das Haus.

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03. Juni 2014, 19:15 Uhr

Vor einem Jahr hat Ulrike Wolff-Thomsen ihr Amt als Direktorin des Museums Kunst der Westküste (MKDW) angetreten. Im Gespräch mit dem Insel-Boten zieht sie Bilanz.

Frau Professor Wolff-Thomsen, nun ist schon ein Jahr am MKDW herum.

Ja, das ging ganz schnell.

Haben sie den Schritt auf die Insel jemals bereut?

Nein, überhaupt nicht. Die Arbeit hier macht viel Spaß. Sie ist umfangreich und sehr vielfältig, weil sie nicht nur mit der reinen Museumsarbeit wie Ausstellungsplanung und -aufbau zu tun hat. Man führt hier ja zwei Unternehmen, das Museum und „Grethjens Gasthof“. Dadurch gibt es viele Personalgespräche, ich muss mich mit Dingen wie Budgetplanung beschäftigen. Und ein bisschen ist man auch Eventagentur, weil wir ja nicht nur die klassischen Museumsbesucher erreichen wollen.

Und sind sie ganz persönlich bereits auf der Insel angekommen?

Ja, das war für mich und meinen Mann nicht schwierig. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen, uns gefällt die Landschaft. Reisen müssen nun zwar besser geplant werden. Aber ich fühle mich auf der Insel nicht abgeschnitten.

Das MKDW wird ja im Sommer fünf Jahre alt.

Ja, und wir sind dabei, zu diesem Jubiläum einiges auf die Beine zu stellen.

Ehrengast bei der Eröffnung war damals die dänische Königin Margrethe. Kommt jetzt auch wieder eine Königin?

Nein. Wir planen ein Symposium für Fachleute. Außerdem wird es am 25. Juli ein Fest für die Alkersumer geben und am 31. Juli einen Tag der offenen Tür.

Was war für Sie das persönliche Highlight ihres ersten Jahres in Alkersum?

Das ist immer noch die Otto-Heinrich-Engel-Ausstellung. Einerseits, weil die hier schon immer hätte gezeigt werden müssen. Und das ist eine historische Chance für die Insulaner, Bilder zu sehen, die im kollektiven Gedächtnis waren, aber auf Föhr nie zu sehen waren. Das sind für die Insel identitätsstiftende Bilder. Ich freue mich, dass das Konzept, das wir entwickelt haben, aufgeht und die Besucherresonanz grandios ist.

In welche Richtung soll sich das Museum unter Ihrer Leitung entwickeln?

Es soll in jedem Ausstellungsjahr ein regionales Thema geben. Dabei ist regional aber nicht gleichzusetzen mit provinziell. Wir hatten im Land hochkarätige Künstler. Wir werden – hoffentlich im nächsten Jahr schon – eine Hans-Peter-Feddersen-Ausstellung machen. Ich will in jedem Jahr eine große schleswig-holsteinische Malerpersönlichkeit vorstellen, so wie eine nationale oder internationale Größe – in diesem Jahr sind das ja Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker. Und immer werden wir auch zeitgenössische internationale Kunst zeigen.

Gibt es schon konkrete Pläne für das Ausstellungsjahr 2015?

Dafür ist es zu früh. Ich habe viele Ideen und schon vieles auf den Weg gebracht. Ich kann noch nicht genau sagen was, aber es werden viele Highlights kommen.

Was liegt Ihnen aktuell besonders am Herzen?

Der Ausbau unseres Freunde-, Förderer- und Partnerkreises. Das sind schon über 100 Personen, von denen nur die Hälfte von Föhr kommt. Dieser Kreis spielt eine wichtige Rolle auch für die finanzielle Förderung unserer Arbeit.

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