Föhr-Cup 2015 : Ein 13-jähriger Wyker trumpft auf

Regen und sechs bis sieben Windstärken – für die Surfer vor Nieblum waren das fast traumhafte Bedingungen.
1 von 2
Regen und sechs bis sieben Windstärken – für die Surfer vor Nieblum waren das fast traumhafte Bedingungen.

Zwei Pokale, Urkunde und ein Schinken: Der Föhrer Leander Oldenburg überrascht die Windsurf-Konkurrenz.

shz.de von
19. Mai 2015, 09:00 Uhr

Mit einer Überraschung endete am Himmelfahrtswochenende der Föhr-Cup der Windsurfer vor dem Nieblumer Surfstrand. Klar, dass das hochmotivierte „Team Oldesloe“ den Wettkampf einmal mehr in Gesamt- und Master-Wertung dominierte. Den Föhr-Cup für die schnellste gefahrene Runde mussten die Ausnahmeathleten aus Stormarn aber wie schon im vergangenen Jahr nach Hamburg gehen lassen. Titelverteidiger Finn Thede kann seinen Namen einmal mehr in das Edelmetall des Cups gravieren lassen. Große Überraschung und „Sieger der Herzen“ bei der 35. Auflage der Traditions-Regatta aber war ein Insulaner: Leander Oldenburg aus Wyk gewann die Jugendwertung und den Wanderpokal für die schnellste Runde beim Surf-Nachwuchs. Und weil das noch nicht genug war, setzte sich der 13-jährige Debütant bei der Sonderwertung am Freitag selbstbewusst gegen die Routiniers aus ganz Deutschland durch und konnte bei der Siegerehrung den traditionell-kapitalen Schinken unter großem Applaus in mundgerechte Stücke zerlegen. Bei den Frauen siegte Janne Besendahl aus Kiel vor Katharina Holstein aus Hamburg und der Vorjahressiegerin Yvonne Nößler aus Oldsum.

Am Himmelfahrtstag schickte Regatta-Leiter Dirk Hückstädt die knapp 20 Starter zunächst viermal auf einen Dreieckskurs. Bei mäßigem Wind waren die hochgerüsteten und balancestarken Oldesloer an diesem Tag kaum zu schlagen und legten mit guten Resultaten den Grundstein für ihre ordentlichen Platzierungen in der Gesamtwertung nach drei Tagen. Freitag nahm der Wind sich frei, und Hückstädt entschied sich für ein Experiment: „Ich habe schon seit Jahren drüber nachgedacht, beim Föhr-Cup den Spaßfaktor wieder zu erhöhen“, meinte der Chef des Nieblumer Wassersportcenters. Ergebnis: „last man standing“, alles ist erlaubt, und der letzte, der noch auf dem Board steht, gewinnt. Während die Konkurrenz sich gegenseitig die Gabelbäume um die Ohren schlug, wartete Leander Oldenburg geduldig – und rammte seinen letzten übriggebliebenen Kontrahenten im richtigen Moment beherzt vom Board. Großer Sport.

Am Sonnabend, dem letzten Tag der Konkurrenz, wurde dann richtig gesurft. Fieses Wetter, aber gute sechs Windstärken aus Südwest zeigten, warum das Nieblumer Surfrevier zu den gefragtesten an den deutschen Küsten gehört. Bei den Herren setzte sich schließlich Thilo Bich gegen den Föhr-Cup-Sieger Finn Thede und den Berliner Jan Neumann durch. Die Oldesloer Hubertus Tesdorpf und Torsten von Schachtmeyer – bereits mit Pokalen aus zwei Jahrzehnten ausgezeichnet – fuhren sich routiniert auf die Plätze eins und zwei der Gesamtwertung und erzielten die gleiche Reihenfolge auch in der Master-Wertung für die Surfer ab 40 aufwärts. Der Drittplatzierte, Sönke Bahnsen, machte bei den erfahreneren Wassersportlern den Triumph des Fanclub-begleiteten Team Oldesloe fast perfekt. Fast. Denn am Ende war der Youngster aus Wyk der gefühlte Gesamtsieger – mit zwei Pokalen, Urkunde und Schinken. Und bei aller erforderlichen Objektivität konnte und wollte Regatta-Leiter Hückstädt nicht aus der Haut des Insulaners heraus: „Klar, ich freue mich besonders, dass wieder einmal einer von der Insel ganz vorn mitfährt“, sagte der Chef-Organisator, der selbst als aktiver Surfer Pokale in Serie gewonnen hatte. „Für die Insulaner scheint sich der Start beim Föhr-Cup jedenfalls zu lohnen“, sagte Hückstädt. Recht hat er. Das zeigte Yvonne Nößler im letzten Jahr, das zeigte Leander Oldenburg in diesem. Beide und alle anderen Ambitionierten haben im kommenden Jahr eine neue Chance: Himmelfahrt wird wieder gestartet.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen