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amrumer Molenfest : Eigenbauten mit hohem Spaßfaktor

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Fünf Windstärken aus Ost sorgten bei den Optimisten und Jollen für straffe Segel. Den Teilnehmern der Papierboot-Regatta bescherte die steife Brise allerdings erschwerte Bedingungen.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 07:00 Uhr

Bis auf den strammen Ostwind, den der ansonsten herrliche Sommertag im Gepäck hatte, konnten sich die Veranstalter des beliebten Molenfestes auf der und um die Steenodder Mole keine besseren Bedingungen wünschen. Dementsprechend gut besucht waren die Buden und Stände, die mit Spiel und Spaß, Kunsthandwerksartikeln und verschiedenen Nahrungsangeboten gegen Hunger und Durst den maritimen Veranstaltungsort belebten.

Sorgte der mit gut fünf Windstärken direkt in die Steenodder Bucht drückende Wind bei den Akteuren auf den Optimisten und Jollen noch für beeindruckenden Vortrieb, so bedeutete das aufgewühlte Wasser für die meisten Papierboote eine überaus harte Prüfung an das von Haus aus nicht wasserfeste Bootsbaumaterial. Die Besatzungen stachen bei dieser Regatta mit hohem Spaßfaktor in ihren Eigenbauten in See, die laut Reglement nur aus Papier, Pappe und Kleister gebaut werden dürfen. Entsprechend hoch waren bereits auf den ersten Metern die Ausfälle unter den sieben Startern.

Peter Lückel vom Amrumer Segel- und Regattaverein (ASRV) freute sich, dass auch in diesem Jahr bei dieser vom Verein veranstalteten Regatta eine gute Beteiligung zu verzeichnen war. Vor großem Publikum traten die Besatzungen den Wettlauf mit dem nassen Element an – und bewiesen, dass Pappe und Papier wenigstens bedingt für den Bootsbau taugen können. Wobei die wichtige Eigenschaft der Schwimmfähigkeit leider nur zwei Booten bis zum Ziel erhalten blieb.

„Ich glaube, unsere Konstruktion hat ein bisschen zu wenig Freibord für das aufgewühlte Wasser“, zeigte sich ein Vater beim Anblick des Ragatta-Bootes seines Sohnes besorgt. Die anderen Besatzungen ereilte nach und nach unter großer Anteilnahme und gebührendenem Applaus für ihren Willen, das nasse Element zu bezwingen, das jähe und feuchte Ende der Wettfahrt. In ihren Urkunden konnten die Teilnehmer anschließend lesen, dass sie „mit Anstand und Würde bei der Papierbootregatta versoffen sind“.

Die beiden Amrumer Vorjahressieger Marvin Rehberg und Tade Peters setzten sich vom Start an von den restlichen Booten ab und paddelten in ihrem Eigenbau „Süddorfer“ souverän auf dem gesteckten Kurs dem Ziel entgegen. „Bis auf ein paar Ausbesserungen mit Papier und Kleister haben wir an unserem Boot seit dem letzten Jahr nichts verändert“, zeigte sich Marvin Rehberg nach dem Sieg entspannt. Den zweiten Platz konnte die Mannschaft der „Costa Concordia“ für sich beanspruchen. Dabei hatten es Marcel Thias und Marcel Bathe, beide Patienten der Kinderfachklinik Satteldüne, geschafft, sich nicht an einer Klippe den Rumpf aufzureißen.

Der starke Wind sorgte bei den Optimisten- und Jollenwettfahrten für straffe Segel und gutes Vorankommen. Die Sieben- bis 13-Jährigen bei den Optimisten und die 13- bis 18-Jährigen bei den Jollen (Piraten) bescherten dem großen Publikum ein echtes maritimes Highlight. „Die Piraten fuhren sechs Starts in rund zwei Stunden“ kommentierte Ulf Jürgensen vom ASRV die Wettfahrt.

Den ersten Platz bei der Jollenregatta belegten Nelis Friedrichs und Jannis Peters vor Nisse Peters und Bho Friedrichs sowie Felix Scherer und Björn Höfer, die den dritten Platz belegten. Der Föhrer Otis Kohn auf „Kleiner Wykinger“ fuhr bei acht Teilnehmern den Sieg bei den Optimisten ein. Gefolgt von dem Amrumer Mathias Drews auf „Spaaskasche“ und Till Stubenrauch (Föhr) mit „Orange Lady“.

Die Besucher des Molenfestes machten regen Gebrauch von dem Angebot, mit dem Jugend-Segelkutter einmal selbst einen kurzen Ausflug aufs Wasser mitzuerleben und so das Treiben von See betrachten zu können. Starker Andrang herrschte auch an dem Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ und dem Krabbenkutter „Butjadingen“, die an der Mole zum Open Ship festgemacht hatten.

Ein buntes Programm und Live-Musik sorgten für entsprechende Stimmung und lud die Besucher zum Verweilen ein, so dass sich dieses besondere maritime Fest bis in die Nachtstunden hinzog.

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