Föhr/Amrum : Eiersuche und lodernde Osterfeuer

Dicht war das Gedränge auf dem ersten Fischmarkt der Saison. Foto: psz
Dicht war das Gedränge auf dem ersten Fischmarkt der Saison. Foto: psz

Strahlender Sonnenschein begleitete das reichhaltige Programm auf den Inseln - Freude über funktionierende Seiteneinstiege währte nur kurz.

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02. April 2013, 08:38 Uhr

Föhr/Amrum | Ostern auf Föhr und Amrum - für viele Stammgäste ein Muss. Entsprechend groß gestaltete sich das österliche Angebot auf beiden Inseln, und das bei besten Bedingungen. Denn ob eisiger Ostwind oder nächtlicher Schneefall: Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein stimmten die Ostergäste versöhnlich.

Groß war der Andrang beim traditionellen Osterfeuer am Nebeler Strand, wo die Freiwilligen Feuerwehren für das leibliche Wohl sorgten. Bis in den späten Abend wurde geklönt und nicht wenige Tanzfreudige ließen den Tag bei Discomusik in der Kniepsandhalle ausklingen. Und während der Osterhase die Eier in Norddorf erst in der Nacht von Sonntag zu Montag versteckt hatte, konnten die Kinder in Wittdün und Nebel bereits am Sonntag auf die lang erwartete Suche gehen. In Nebel fiel der Startschuss nach dem Familiengottesdienst in der St.-Clemens-Kirche, hatte Meister Langohr seine bunten Präsente am neu gestalteten historischen Friedhof versteckt. Die Erwachsenen wandelten währenddessen anhand der "sprechenden Grabsteine" auf den Spuren der Amrumer Geschichte.

Auch auf Föhr knisterte am Sonnabend beim "Schapers" das traditionelle Osterfeuer, die "Sunny Beatles" heizten bei Minustemperaturen ein und die "Ostermeile" brummte. Am Ostersonntag hingegen lautete die Maxime diverser Osterhasenfans: "Buddeln as usual" am Wyker Südstrand. Unzählige Elternpaare mit noch unzähligerem Nachwuchs durften das kühle, aber sonnengeflutete Gelände nach 2000 Schokoladen- und 13 Gewinneiern sowie dem Hauptgewinn - einem Jugendfahrrad - durchpflügen. Wie schon seit der Premiere im Jahr 2008 zwecks Chancengleichheit zwar ohne Schippe und Schaufel, dafür warteten Initiator Michael Schaper und die Föhr Tourismus GmbH in diesem Jahr mit gleich drei nach Alter gestaffelten Buddelarealen auf.

Und obwohl die Veranstalter erstmals ein Spielfeld eigens für "Erwachsene" aufboten, tummelten sich viele Erziehungsberechtigte allen Mikrofondurchsagen zum Trotz unerlaubterweise wild grabend im Terrain des Nachwuchses. "Da kann man beim Betrachten richtiggehend psychologische Studien betreiben", befand eine beobachtende Mutter am "Spielfeldrand" kopfschüttelnd. Und auch Thomas Mitschke aus Verl, mit seiner siebenjährigen Tochter Lena auf Eiersuche, schmunzelte hinsichtlich der verpuffenden Lautsprecherdurchsage: "Komisch, dass Eltern meistens schlechter hören können als ihre Kinder".

Großes Gedränge herrschte am Ostersonntag auch auf der Ostkaje des Binnenhafens, wo der Wyker Fischmarkt erstmals in diesem Jahr zum Bummeln einlud. Als weise erwies sich die von den Verantwortlichen bereits im Vorjahr getroffene Entscheidung, mit dem Markt angesichts des sehr frühen Osterfestes eine Woche später zu beginnen. So tropfte "Holzschuh-Kalle" Karl-Heinz Brodersen - Mann der ersten Stunde, der sich an keinen Fischmarkt im Schnee erinnern kann - zwar morgens noch das Tauwasser auf das Arbeitsmaterial, an der weißen Premiere aber schrammten er und seine Kollegen angesichts der wärmenden Sonnenstrahlen knapp vorbei. Bis zum zweiten Wochenende im Oktober - eine Woche vor Jahrmarkt - lädt der Fischmarkt nun wieder sonntags zwischen 11 und 15 Uhr zum Verweilen ein.

Dass man sich bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei nicht ganz so zufrieden zeigte, lag nicht am Ostwind oder Niedrigwasser und schon gar nicht an den Beförderungszahlen. Zwar erfolgte ein großer Teil der Anreisen bereits in der Woche vor den Feiertagen, ausgerechnet, als die Wetterkapriolen den Fahrplan gehörig durcheinander gewirbelt hatten. Doch auch der Gründonnerstag und Karfreitag waren gut ausgebucht, bestätigte Heiko Litschke, "annähernd zu jeder Abfahrtszeit war ein zweites Schiff im Einsatz". Bestätigen musste der bei der WDR für die Disposition zuständige Litschke allerdings auch, dass die Seiteneinstiege erneut eine Auszeit genommen haben: Seit dem Ostersonntag funktionieren die Dauer-Sorgenkinder in Wittdün und Wyk nicht, in Dagebüll teilweise.

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