Amrum : Duschen mit Blick auf die Dünen

Freuen sich über den Neubau: Barbara Katzer, Heiko Müller, Pit Katzer und Architekt Niels Gericke (v. li.).
Freuen sich über den Neubau: Barbara Katzer, Heiko Müller, Pit Katzer und Architekt Nils Gereke (v. li.).

Seit dem Frühjahr ist es in Betrieb: Jetzt wurde das neue Gebäude auf dem FKK-Zeltplatz am Leuchtturm offiziell eingeweiht.

shz.de von
16. August 2018, 10:00 Uhr

„Hier ist ein wunderschönes Gebäude entstanden“, sagte Wittdüns neuer Bürgermeister Heiko Müller beim Sommerfest des Amrumer Sport- und Naturistenvereins (ASN) und bedankte sich im Namen der Gemeinde unter großem Applaus bei ArchitektNils Gereke, „der es geschafft hat, dieses Gebäude in diese einmalige Landschaft einzufügen“ und sich in Zeiten explodierender Baukosten an den Kostenrahmen der Gemeinde halten konnte. Einige Mitglieder des ASN hätten tatkräftig an der Planung für die Campingplatz spezifische Nutzung mitgeholfen und auch die Details seien gut umgesetzt worden.

Der Neubau ist viel mehr als nur ein „Waschhaus“. Wie früher geht man hier zwar duschen, spülen, waschen oder zur Toilette, holt Wasser oder lädt sein Mobiltelefon auf, trifft oder verabredet sich und tauscht die neuesten Informationen aus, aber im neuen Gebäude laufen jetzt wirklich alle Fäden zusammen. Bei der Platzverwaltung meldet man sich an und ab, man kann im Gemeinschaftsraum zusammensitzen. War die Eröffnung des „Waschhauses“ 1980 ein Quantensprung in der Zivilisation (vorher musste man mit Wasserpumpen kalt im Freien duschen und auf’s Plumpsklo in die „Villa Hügel“), ist mit dem neuen Wirtschafts- und Sanitärgebäude jetzt die Moderne auf dem FKK-Zeltplatz eingezogen: optisch, funktional und technisch, nicht zuletzt durch eine Thermosolar-Anlage.

Um dieses Projekt in der schützenswerten Dünenlandschaft zu verwirklichen, mussten viele Gespräche mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Bauamt und der Gemeinde geführt werden, berichtete Heiko Müller. Man habe sich mit der geplanten Übergabe zum 1. April ein sehr kurzes Zeitfenster gesetzt. „Herbst und Winter begannen friedlich, und wir waren sehr gut im Zeitplan, aber dann bekamen wir doch noch einen wunderschönen Winter, über den sich die Gäste und unsere Kinder auch sehr freuten“, sagte der Bürgermeister schmunzelnd. Danach wurden die Arbeiten zügig wieder aufgenommen und die Fachhandwerker der Insel hätten gerade in den letzten Wochen richtig gut zusammengearbeitet, damit die Gäste zum 1. Mai anreisen konnten. „Einige Handwerksfirmen konnten sich jedoch noch nicht ganz vom Platz trennen und zeigten ihre Handwerkskunst noch bis Ende Juli“, scherzte Bauherr Müller und sagte, dass er sich mit dem ASN auch langfristig eine konstruktive Zusammenarbeit wünsche.

Der Geschäftsführer des ASN, Pit Katzer, bedankte sich beim Architekten insbesondere dafür, dass er sehr viele Wünsche des Pächters berücksichtigt habe, was „längst keine Selbstverständlichkeit“ sei. Er dankte Heiko Müller und dessen Vorgänger Jürgen Jungclaus für „die tolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde“. Ein großer Dank ging an die Handwerker für die vielen Sonderschichten und ihre Bereitschaft, auf Wünsche im Rahmen des Machbaren einzugehen. „Unser Eindruck ist, dass mit diesem Projekt und den vielen Kontakten zwischen Handwerkern und Gästen auch eine intensivere Verbindung zwischen dem Platz und der Insel geschaffen wurde. Wir sind ja doch, glaube ich, für einen Großteil der Menschen auf Amrum immer noch etwas Exotisches“, sagte Katzer. Umso wichtiger seien solche Kontakte.

„Es ist wunderschön geworden“, sagte die ASN-Vorsitzende Barbara Katzer und richtete einen herzlichen Dank an alle Beteiligten. Sie nutzte die offizielle Gelegenheit, auch den vielen Mitgliedern zu danken, die bei der Planung, dem Innenausbau und den Arbeiten auf dem Außengelände mit angepackt haben, damit die Saison 2018 eröffnet werden konnte. 25 Mitglieder hätten mit Spaten und Harken bei den Erdarbeiten nach Einsatz des Baggers geholfen.

Als Letzter ergriff Nils Gereke das Wort. Er dankte dem Bürgermeister für die unbürokratischen, schnellen Entscheidungen, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem ASN bei der Planung und dankte allen beteiligten Handwerkern. „Ihr wart immer zu Stelle, habt alles gegeben. In der ersten Aprilwoche hatten wir noch Minusgrade und Schnee auf dem Platz. Es waren noch keine Fenster drin. Keiner konnte sich vorstellen, dass wir den Platz zum 28. fertigstellen. Es hat alles wunderbar geklappt und daran seid Ihr maßgeblich beteiligt“, sagte der Architekt, und die Handwerker wurden mit einem Riesenapplaus bedacht.

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