Im Nordsee-Klima : Dünen, Strand und viele Bäume

Bezirksförster Walter Rahtkens führte durch den Wald.
Bezirksförster Walter Rahtkens führte durch den Wald.

Amrum gilt als waldreichste deutsche Nordseeinsel. Der Forst umfasst zehn Prozent der Amrumer Fläche.

shz.de von
17. Juli 2018, 12:00 Uhr

Mit einer Nordseeinsel verbindet man gemeinhin weite Strände und imposante Dünenberge. Doch auf Amrum gibt es auch Wald – viel Wald. Mit einem Waldanteil von etwa zehn Prozent ihrer Fläche gilt Amrum als waldreichste Nordseeinsel. Der zwischen 1950 und 1960 erstmals angepflanzte Nadelwald sollte als Holzlieferant, aber auch zum Schutz des Geestbereiches vor Wind und Sandflug dienen. Um die Pflege des Inselwaldes kümmert sich der insulare Forstbetriebsverband unter dem Vorsitz von Holger Peters. Der Verband wurde 1953 gegründet und die 40 im Forstbetriebsverband zusammengeschlossenen Waldbesitzer besitzen mit 180 Hektar etwa 90 Prozent der gesamten Waldfläche auf Amrum.

Anlässlich der diesjährigen Vorstandssitzung gab es jetzt einen Waldrundgang. Neben den Vertretern der drei Amrumer Gemeinden waren auch Gäste vom Festland angereist, Bezirksförster Walter Rahtkens, Dietmar Steenbuck von der unteren Forstbehörde und Dr. Christian Schadendorf von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Rahtkens und Peters hatten sich verschiedene Gebiete ausgesucht und erklärten jeweils den Stand der Aufforstung sowie die geplanten Durchforstungen in der nächsten Zeit.

Wegen der Schäden, die die beiden großen Orkane Anatol (1999) und Christian (2013) angerichtet hatten, mussten fast 25 Prozent des Amrumer Waldes neu aufgeforstet werden. Da der ursprüngliche Amrumer Wald hauptsächlich aus Nadelbäumen wie Schwarzkiefer und Fichte besteht, wurden größtenteils Laubbäume neu angepflanzt, um eine bessere Durchmischung und geringere Anfälligkeit für Sturmschäden zu bekommen.

Eine große Hilfe bei den Durchforstungsmaßnahmen und Neuanpflanzungen ist das Bergwaldprojekt, bei dem freiwillige Helfer aus ganz Deutschland für einige Wochen im Jahr bei der Waldarbeit helfen. Die Pflanzung der neuen Bäume nimmt nur einen kleinen Teil der Arbeit bei der Aufforstung ein. Nachdem das Schutzdach der großen Nadelbäume verschwunden und genügend Licht vorhanden ist, verbreiten sich Traubenkirsche und Brombeerdornen explosionsartig und drohen die jungen Bäumchen zu ersticken. Deshalb ist eine sehr arbeitsaufwendige jährliche Durchforstung zum Schutze der neu gepflanzten Bäume notwendig. Neben der Beseitigung von Sturmschäden werden aber auch größere Bereiche des vorhandenen Waldes gezielt durchforstet. Man lichtet den Wald soweit aus, dass genügend Platz und Licht für Neuanpflanzungen vorhanden ist und lässt einzelne größere Baume als sogenannte Schutzschirme stehen.

Die Gäste vom Festland waren sehr angetan von dem Zustand der Neuanpflanzungen, aber auch vom Zustand des Inselwaldes insgesamt. Größere Bereiche mit Buchen und Birken sind hervorragend angewachsen. Christian Schadendorf: „Es ist bemerkenswert wie sich die Amrumer Waldbesitzer um ihren Wald kümmern“.

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