Nieblumer Wintervergnügen : Droht der Maskerade das Aus?

Die Standmasken sind meist eine Augenweide - doch für die Maskierten ist das stundenlange regungslose Verharren anstrengend. Foto: ipu
Die Standmasken sind meist eine Augenweide - doch für die Maskierten ist das stundenlange regungslose Verharren anstrengend. Foto: ipu

Früher gehörten Maskeraden in Norddeutschland zum Wintervergnügen. Heute wird die Nieblumer Prämienmaskerade einzigartig sein. Doch inzwischen plagen auch die Nieblum-Gotinger Feuerwehr Nachwuchs-Sorgen.

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26. Januar 2009, 12:18 Uhr

Nieblum | "Höhe rund 2,80 Meter, Breite rund vier, Tiefe zwei Meter" - Nieblums Wehrführer Hauke Brett verkündet nicht etwa Idealmaße eines neuen Feuerwehrmobils, sondern schlicht die einzuhaltende Größe für Standmasken der Nieblumer Prämienmaskerade am 7. Februar im Café "Osterheide".
Brett weiss, wovon er spricht, denn bereits Ende der 1980er Jahre agierte er erstmals in einer Standmaske. "Und ist nach ein paar Minuten einfach umgefallen", erinnert sich Mutter Hardina Brett an das Kreislauf strapazierende Stillstehen des Sohnemanns. Ein Schicksal, das laut Feuerwehr-Urgestein Peter Reinhard Clausen schon ganze Standmasken-Generationen hin und wieder ereilt hat. Clausen hat in den Annalen geblättert und wurde unter "1902" fündig. Da kündete die Inselpresse noch von Maskeraden in nahezu allen Inseldörfern.
Auch der Urgroßvater des amtierenden Nieblumer Feuerwehrchefs, so Hardina Brett über ihren Opa Sophus Friedrichs, war damals beispielsweise als Dompteur mitsamt Bärenfellverkleidetem Zweibeiner als Laufmaske unterwegs. An die generationsübergreifende Freude am winterlichen Spektakel erinnert sich die 64-jährige Nieblumerin aus verschiedenen Perspektiven: "Früher fand die Maskerade im alten Witts Gasthof statt, als Grundschüler durften wir immerhin beim Reingehen der Masken ein bißchen spicken. In den Achtzigern hab ich mal beim Glücklichen Mathias mitgemacht oder gegen einen rheinverschmutzenden Chemiekonzern mit einer Loreley auf dem Felsen und einem nur noch nach Skeletten fischenden Angler protestiert".
Anmeldungen schleppend

Gerade die Vielfalt, insulare wie auch "kontinentale" Themen auf die Schippe zu nehmen und eventuell sogar kritisch zu beleuchten, lockt am ersten Februarsonnabend immer noch Scharen von Einheimischen und Gästen an. "Und damit das auch so bleibt, müssen wir den gesamtinsularen kreativen Nachwuchs jeglichen Erwachsenenalters mobilisieren, gerade, was die zeitaufwändigen Standmasken angeht", so Wehrführer Brett. Denn nachdem die Beteiligung schon im vergangenen Jahr mit fünf Standmasken und gerade mal einer Laufmaske mehr als mau war, laufen die Anmeldungen auch jetzt nur schleppend an. Bisher gab es laut Brett nur vier Meldungen. Weitere Anmeldungen nimmt das Café "Osterheide" entgegen.

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