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wyker turnerbund : Dringend Nachwuchs gesucht

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Anhänger des „königlichen Spiels“ scheinen eine aussterbende Gattung zu sein. Jedenfalls im Wyker Turnerbund, unter dessen Dach die Schachriege derzeit mit sieben Aktiven vor sich hindümpelt.

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erstellt am 19.Dez.2013 | 21:23 Uhr

Anhänger des „königlichen Spiels“ scheinen eine aussterbende Gattung zu sein. Jedenfalls im Wyker Turnerbund (WTB), unter dessen Dach die Schachriege derzeit – inklusive zweier Amrumer Mitglieder – mit sieben Aktiven vor sich hindümpelt. Ein Abschied in Raten, der sich angekündigt und sogar zum Rückzug aus dem Spielbetrieb geführt hatte. Dabei waren dem Abgesang erfolgreiche Zeiten vorausgegangen, die die insularen Brettstrategen sogar bis in die Verbandsliga geführt hatten.

Ein Erfolg, den bei der Gründung der Sparte im November 1988 niemand vorhersagen konnte. Seinerzeit hatten sich ein paar Schachverrückte getroffen, so der stellvertretende Spartenleiter Peter Braun im Rückblick, um die neue Sportlerfamilie im Schoß des WTB ins Leben zu rufen. Allen voran Wyks früherer Bürgermeister Heinz-Georg Roth, der auch Spartenleiter werden sollte.

25 Spieler zählte die Sparte in ihren besten Zeiten, die anfangs an Stadt- und Vereinsmeisterschaften teilnahm und ihre erste Punktspielsaison im Winter 1989/90 in der Bezirksklasse bestritt. Bereits in der Premieren-Saison gelang der Aufstieg in die Bezirksliga, in der das Team bis zur Saison 2003/04 spielte, dem Jahr, in dem der Aufstieg in die Verbandsliga gelang.

Es war das erste Jahr, in dem auch der heutige Spartenleiter Wolfgang Göbel für die Wyker antrat. Der hatte bereits in jungen Jahren in der DDR-Auswahl und später jahrelang in der Zweiten Bundesliga gespielt. Im Fernschach wurde Göbel zudem mit seiner damaligen Mannschaft Deutscher Meister. „Wolfgang lebt für das Schach und hat ein unglaubliches theoretisches Wissen“, berichtet Braun, und eben diese Theorie habe Göbel im Jahr vor dem Aufstieg vermittelt und einen positiven Druck aufgebaut. Konstanter sei man daraufhin in seinen Leistungen geworden, betont Braun, dass die Sparte durch den neuen Spitzenspieler erheblich nach vorn gebracht worden sei und den Aufstieg dann tatsächlich geschafft habe.

Sechs Jahre hielt sich der WTB in der Verbandsliga, stieg dann ab und in der Saison 2011/12 wieder auf. Es sollte das Jahr des Rückzugs aus dem Spielbetrieb werden. Eine Entwicklung, die sich bereits im zweiten Jahr in der Verbandsliga abzeichnete. 2006 habe es den Knick gegeben, so Braun, die Spieler wurden weniger und es waren zudem einige dabei, die „einfach nur so spielen wollten“. Mit der Folge, dass an den Trainingstagen die „Schwächeren“ und die Liga-Spieler jeweils unter sich blieben. „Für die Sparte nicht gut“, so Braun im Rückblick, Wolfgang Göbel aber sei der Erfolg wichtig gewesen. Mit der Folge, dass keine Spieler aus der Sparte nachwuchsen, sondern Überlegungen angestellt wurden, möglichst starke auswärtige Spieler zu gewinnen. Ein Experiment, das mit einem Bekannten Göbels probiert wurde, der aber nur eine Saison lang spielte.

Einhellig fiel schließlich die Entscheidung, sich vom Spielbetrieb zu verabschieden. In der Hoffnung, dass dies nur für ein Jahr gelte. Da aber keine Spieler nachkamen, wurde es der Abgesang. In der Bezirksklasse, der untersten Liga, könnte das Team auch mit vier Spielern antreten, so Braun, aber die sei insgesamt zu schwach und die sportliche Herausforderung fehle.

 

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