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In Wyk : Drei Planer – drei Entwürfe – drei pfiffige Lösungen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mietwohnungsbau: Beiträge eines Architektenwettbewerbs überzeugten die Jury. Sie werden nun öffentlich präsentiert.

Sie sollen kostengünstig und funktional sein, sich aber gleichzeitig auch gut ins Stadtbild einpassen, die Mietwohnungen, die die Stadt am Kortdeelsweg schaffen will. Drei einheimische Architekturbüros stellten sich im Rahmen eines Wettbewerbs dieser Aufgabe, und alle drei Entwürfe überzeugten die Jury. So vergab das Gremium, das sich aus Bürgermeister Paul Raffelhüschen, der Bauausschuss-Vorsitzenden Dr. Silke Ofterdinger-Daegel sowie Fachleuten von der Insel und vom Festland zusammensetzte, neben dem ersten Preis, der an das Büro Grotheer ging, zwei gleichrangige zweite Plätze (Jörg Brodersen und Jan Lorenzen).

Der Sieger-Entwurf sieht für das zu überplanende, knapp 1900 Quadratmeter große Grundstück zwei Gebäude mit insgesamt 17 Wohneinheiten vor, deren größe durch flexible Wände bei Bedarf verändert werden könnte. Eine pfiffige Idee, so die Resonanz aus dem Bauausschuss, dem Sven Grotheeer und seine Mitbewerber ihre Entwürfe vorstellten. Doch, so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder, würde diese Idee sich in der Praxis wohl kaum umsetzen lassen, da es eher unwahrscheinlich sei, dass gleichzeitig zwei nebeneinanderliegende Mietwohnungen leer stünden und dann im Grundriss verändert werden könnten.

Und noch einen weiteren Kritikpunkt gab es an Grotheers Entwurf: Die Außentreppen, mit denen er die Wohnungen über Laubengänge erschließen will, um nicht in den Gebäuden wertvollen Raum für Treppenhäuser zu verschenken.

Außentreppen plant Jörg Brodersen auch. „An denen kommen wir wegen der Kosten gar nicht vorbei“, rechnete er vor, dass Treppenhäuser 250  000 Euro kosten würden, „plus Unterhalt von 1000 Euro im Jahr“. Die Sorge einiger Ausschuss-Mitglieder, dass die vorgesehenen Metalltreppen beim rauen Inselklima nicht geeignet wären, teilten Grotheer und Brodersen nicht. „In Dänemark sind die seit 30 Jahren im sozialen Wohnungsbau Standard“, betonte Jörg Brodersen, dessen Entwurf drei Gebäude vorsieht, deren Stellplätze total eingegrünt werden sollen.

Ganz klassische Treppenhäuser plant dagegen Jan Lorenzen, bei dem in drei Häusern 17 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen untergebracht werden. Wie auch bei seinen Mitbewerbern haben alle Wohnungen Terrassen oder Balkone, denn, so Jörg Brodersen: „Eine Wohnung ohne Freisitz ist eine Katastrophe, nicht nur für Raucher“.

Erschlossen werden sollen Lorenzens Häuser von der Nordseite her. „Wer was anderes macht gehört ins Gefängnis“, so der Planer, bei dessen Entwurf die Wohnräume, die an den Giebelseiten liegen, das meiste Licht bekommen.

Ob nun einer, oder langfristig sogar mehrere der Wettbewerbsentwürfe realisiert werden, müssen nun die Wyker Politiker entscheiden. „Wir werden das alles jetzt erst mal in den Fraktionen sacken lassen“, kündigte Silke Ofterdinger-Daegel an.

Auch die Bevölkerung kann sich ein ausführliches Bild von den Wettbewerbsbeiträgen machen. Sie werden noch bis zum Jahresende im Foyer des Amtsgebäudes ausgestellt.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 11:00 Uhr

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