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1. Weltkrieg : Doppelter Schicksalsschlag für die Familie Heymann

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Historikerin Dr. Karin de la Roi-Frey hat den Schicksalen der Kriegstoten von 1914 bis 1918 nachgespürt, deren Namen auf dem Ehrenmal des Boldixumer Friedhofs stehen. In einer Serie wird sie jeweils zum 100. Todestag an diese Menschen erinnern.

In der Familie von John Heymann (1854-1943) und seiner Frau Mine geb. Okkens (1863-1911) findet wenige Tage nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs eine doppelte Kriegs- also Ferntrauung statt. Tochter Caroline Heymann (1885-1966) heiratet den aus Königswinter am Rhein stammenden und nun bereits in Metz/Frankreich stationierten Rechtsanwalt Heinrich Tross. Ihre Schwester Hanne (1892-1974) wird am gleichen Tag die Frau von Dr. John Jensen aus Oevenum, der sich beim Infanterie-Regiment „Königin“ in Flensburg befindet.

Die beiden Männer gehören zu den ersten, die eingezogen werden und am Frankreichfeldzug teilnehmen. Nur wenige Wochen nach der doppelten Heiratsanzeige steht am 28. September 1914 die doppelte Todesanzeige von John Jensen und Heinrich Tross in der Zeitung. Sie sind beide im selben Monat in Frankreich gefallen. John Jensen aus der Buurnstrat 1 ist laut Oevenumer Ortschronik der erste Gefallene des Dorfes im 1. Weltkrieg.

Caroline Tross wird nicht wieder heiraten. Ihre Schwester Hanne wird später Bruno Berndt (1877-1940) ehelichen. Nach den Erinnerungen von Sophie Martens geb. Friedrichsen (1911-2012) gehört ihm zusammen mit seinem Bruder Carl Berndt (1876-1934) das Wyker Elektrizitätswerk. Hanne und Bruno Berndt leben am Wyker Südstrand im wegen seines gelben Anstrichs sogenannten „Zitronenhaus“ in der Gmelinstraße gegenüber dem „Schloss am Meer“. Später verkauft Hanne Berndt, an die sich viele Insulaner noch gut erinnern, das Haus und wohnt fortan mit ihrer verwitweten Schwester Caroline, genannt Lite, und ihrem Zwillingsbruder John (1892-1962) in der Boldixumer Straße, dort, wo sich heute der Modemarkt befindet.


Und was geschieht auf Föhr?


Es wird dringend darum gebeten, für die Männer an der Front Zigarren, Zigaretten und Tabak zu spenden, an „denen unsere Truppen gegenwärtig einen ausgesprochenen Mangel leiden.“

Die bereits vor einiger Zeit von der Firma Heymann angekauften Kohlen können auf Anweisung der Militärbehörde nur teilweise ausgeliefert werden.

Dr. Carl Häberlin (1870-1954) versieht seit der Mobilmachung und seiner Meldung am Gestellungsort Ravensburg den Dienst als Stabsarzt in einem Kriegslazarett in Breisach, von wo er der „Föhrer Zeitung“ einen ausführlichen Bericht schickt.



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erstellt am 28.Sep.2014 | 15:45 Uhr

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