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Wohnungsbau in Wyk : Diskussion um den Sieger-Entwurf

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Geplante Miethäuser am Kortdeelsweg: Die Außentreppen sind weiter in der Kritik. Die Stadtvertretung verabschiedete in ihrer jüngsten Sitzung außerdem den Etat für 2017.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 12:15 Uhr

Ob Haushaltspläne, Zukunft der ehemaligen Südstrand-Kurverwaltung oder Mietwohnungsbau am Kortdeelsweg: Der Finanzausschuss hatte gute Vorarbeit geleistet (wir berichteten) und so stimmte die Stadtvertretung in ihrer jüngsten Sitzung den jeweiligen Beschlussempfehlungen zu – wenn auch teilweise mit Diskussionsbedarf.

Ganz schnell und einstimmig abgenickt wurden die Etats von städtischem Liegenschaftsbetrieb und Stadt. Und auch die Bestätigung der Wahl des neuen stellvetretenden Wehrführers Marco Vogtmann durch die Stadtvertreter war nur eine Formsache. „Das ist doch mal was Angenehmes“, kommentierte Lars Schmidt (CDU) diesen Tagesordnungspunkt.

Etwas schwerer taten die Stadtpolitiker sich da schon bei der Frage, ob der Gewinner des Architektenwettbewerbs für die geplanten Miethäuser am Kortdeelsweg den Planungsauftrag erhalten soll. Schon im Finanzausschuss und anschließend auch – nichtöffentlich – im Bauausschuss hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob die im Siegerentwurf vorgesehenen Außentreppen genehmigungsfähig seien. Von Anfang an hatten sich vor allem einige Politiker von CDU und SPD an diesen Außentreppen gestoßen und und es war Wasser auf ihre Mühlen, als dann im jüngsten Finanzausschuss verkündet worden war, dass Brandschutzgründe gegen diese Aufgänge sprächen. In anderer Ausfertigung seien die sehr wohl genehmigungsfähig, erfuhren sie allerdings später. Doch wie hoch sind dann die Kosten, ist das im sozialen Wohnungsbau überhaupt noch finanzierbar, fragte Lars Schmidt, während Dirk Hartmann (Grüne) eine Lanze für diese Treppen brach. „Die bauen die in Skandinavien ohne Ende, das werden wir auch hinkriegen“, wollte er endlich mit dem Wohnungsbau anfangen. „Es ist absolut unfair, was hier in den letzten Wochen hinter den Kulissen gelaufen ist, damit der Siegerentwurf nicht umgesetzt wird“, schimpfte Silke Ofterdinger-Daegel (KG). Bei sieben Ja-Stimmen und vier Enthaltungen bekam das Wyker Büro Grotheer dann schließlich doch den Zuschlag.

Auch die Zukunft der ehemaligen Kurverwaltung am Ende der Badestraße war nach langer Debatte im Finanzausschuss in der Stadtvertretung erneut Thema. Hier sollen die Ausstellung von Schutzstation Wattenmeer und Nationalpark-Haus zusammengeführt werden. Um Fördergelder zu bekommen, muss dazu eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Lieber das hässliche Gebäude in bester Lage gut verkaufen und in der Nachbarschaft für die Ausstellungen etwas neues bauen, war von einigen Mitgliedern des Finanzausschusses angeregt worden – zumal es jahrelang geheißen hatte, dass das Haus Badestraße 111 baufällig sei. Doch das ist es offenbar nicht. „Wir haben das prüfen lassen, und jeder Sachverständige sagte, dass die Bausubstanz völlig oaky ist“, erklärte Amtsdirektorin Renate Gehrmann dazu. Schließlich einigten sich die Stadtvertreter bei einer Gegenstimme auf einen Vorschlag von Peter Schaper (SPD), in der Machbarkeitsstudie neben den Möglichkeiten, die das vorhandene Gebäude bietet, auch einen Neubau untersuchen zu lassen. „Dann hat man einen Vergleich, das würde die Entscheidung leichter machen“, so Schaper.

Mit dem Erlass einer Erhaltungssatzung soll die Schaffung von Zweitwohnungen im Bereich Hamburger Ring, Berliner Ring und Rugstieg erschwert werden (wir berichteten). Doch gleichzeitig würde die Satzung für die Anwohner auch unzumutbare gestalterische Einschränkungen bedeuten, kritisierten die SPD-Vertreter und stimmten gegen die Satzung, die dennoch mit neun zu drei Stimmen angenommen wurde.

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