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Veränderungen in Wyk : Die Weichen für die Zukunft stellen

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Fachklinik „Sonneneck“ ist nicht mehr zeitgemäß und soll um ein Gebäude erweitert werden. Auch das Haus „Jensen“ soll aufgestockt werden.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 12:30 Uhr

Die Pläne, die Fachklinik „Sonneneck“ und das Haus „Jensen“ am Wyker Südstrand zu erweitern, sind nicht neu, nehmen nun aber Formen an. Die Ausstattung der Klinik in der Osterstraße, die mit 100 Zimmern über Kapazitäten zur Betreuung von 115 Patienten verfügt, ist nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere sind die Patientenzimmer zu klein. Veränderungen zu Lasten der Betreuungskapazitäten wären keine Lösung, soll das Haus weiterhin rentabel betrieben werden. Abhilfe schaffen könnte ein weiteres Gebäude und eine damit verbundene Erweiterung auf 150 Zimmer.

Eine Vergrößerung soll auch für das Haus „Jensen“ die künftige Wirtschaftlichkeit garantieren. Im Jahr 1900 eröffnet, ist die Fremdenpension am Wyker Südstrand längst nicht mehr zeitgemäß. Das Angebot soll seniorengerechter gestaltet werden, in dann maximal 100 Zimmern. Vorhaben, denen der Bebauungsplan Nummer 11 entgegensteht, der das Gebiet zwischen Oster-, Wald-, Gmelin- und Badestraße als Allgemeines Wohngebiet festsetzt. Demnach würde eine größere Klinik den Charakter eines solchen Wohngebietes sprengen und auch Beherbergungsbetriebe sind lediglich ausnahmsweise und in einer beschränkten Größe zulässig.

Hier waren ursprünglich zwei getrennte Vorhaben angedacht, mit dem Ziel, den langfristigen Bestand sowohl der Klinik als auch des Hotels zu sichern. Da beide Grundstücke in direkter Nachbarschaft liegen, hatte der Bauausschuss aus städtebaulicher Sicht empfohlen, beide Verfahren mit dem Ziel eines einheitlichen Plankonzeptes zu verbinden. Eine Ausweisung als Sondergebiet mit jeweils einem städtebaulichen Vertrag soll die Voraussetzungen schaffen und die Interessen der Stadt sichern. „Es gibt bereits einen Vorvertrag mit den Verantwortlichen der Klinik, der auch mit den Hotelbetreibern abgeschlossen werden soll“, so Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, Vorsitzende des Gremiums. Die Kosten würden von beiden Vorhabenträgern getragen. Eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit hat bereits stattgefunden, die Behörden sollen folgen und die Bürger informiert werden.

Ein Sondergebiet soll auch das Gebiet zwischen Süder-, Mühlen-, Feld- und Badestraße sowie ein Teil der Johannesstraße (B-Plan 22) werden. Die Modifizierung war angeschoben worden, um einem immer wiederkehrenden Problem zu begegnen: Änderungen im genehmigten Bestand waren nicht möglich, da das tatsächliche Maß der Nutzung überschritten wurde. Hier war ein erneuter Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zu fassen, da eine vorgesehene Ausnahmeregelung vom Kreisbauamt als rechtlich angreifbar beanstandet worden war. Nun wurde das Maß der Nutzung bei einigen Grundstücken erhöht. Zudem soll das bisherige Mischgebiet künftig als Sondergebiet gemischte Nutzung und Tourismus ausgewiesen werden. Hintergrund: Dauerwohnungen sind dann ebenso möglich wie – anders als in einem Mischgebiet – Ferienwohnungen und Unternehmen sowie gewerbliche Betriebe in einem festgelegten Rahmen. Zudem besteht nach derzeitiger Rechtsprechung die Möglichkeit, Zweitwohnungen auszuschließen.

Schließlich wird auch die Boldixumer Kult-Musik-Kneipe „Erdbeerparadies“ (B-Plan 6) bei Insulanern nicht mehr lange Erinnerungen wecken. Auf dem Gelände soll ein Gartenbaubetrieb mit Pflanzenverkauf und angeschlossenem Café entstehen. Da auch ein Gewächshaus benötigt wird, ist eine Ausnutzungserhöhung erforderlich. Ein städtebaulicher Vertrag mit dem künftigen Betreiber sieht bei Aufgabe der Nutzung den Rückbau des Gebäudes vor. Im nächsten Schritt werden der Planungsentwurf öffentlich ausgelegt sowie Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange informiert.

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