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Insel-Bote

20. November 2017 | 20:28 Uhr

Föhr : Die Sturmsaison kann kommen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei der Herbstdeichschau wurden nur kleinere Mängel entdeckt. Die Grassaat in Oldsum ging dank Treibsel gut auf.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 12:00 Uhr

„Die Föhrer Deiche sind wehrhaft und für die kommenden Stürme gut gerüstet“. Jedes andere Fazit der Herbstdeichschau rund um die Insel wäre äußerst überraschend und vor allem auch beunruhigend gewesen. Doch die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) haben in den vergangenen Monaten gut gearbeitet. So konnten die Teilnehmer der vom LKN anberaumten Herbstdeichschau, darunter auch Heidi Braun, Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum, und Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen, nach ihrer Tour Rund Föhr beruhigt nach Hause gehen.

Einige kleinere Mängel waren während der Fahrt konstatiert worden. So sind beim Greveling-Deich Risse im Asphalt festgestellt worden, die nicht weiter beunruhigend sind und im nächsten Frühjahr bei Asphaltarbeiten wieder geschlossen werden sollen. Dies gilt auch für die Sicherung vor dem Hamburger Wäldchen. Hier sind etwa 30 Meter Asphaltdecke abgesackt. Dieser Bereich soll, wie von Dr. Hark Ketelsen, dem Geschäftsführer des Deich- und Sielverbandes, zu erfahren ist, aufgearbeitet und neu asphaltiert werden. „Die Schäden stellen im Übrigen keine weitere Gefahr dar“, so Ketelsen. Zwischen „Klein Helgoland“ und dem Laglum-Siel konnten die Teilnehmer der Fahrt das Ergebnis einer Küstenschutzmaßnahme besichtigen. Zur Sicherung des Deichfußes sind in diesem Jahr 200 Tonnen Granit-Steine angeliefert und eingearbeitet worden.

Ein Ort, der bei Deichschauen regelmäßig begutachtet wird, ist die Deich-Neubaustrecke beim Oldsumer Schöpfwerk. Während die Grasnarbe außendeichs die Experten zufrieden stellt, wird der Innendeich immer wieder sorgenvoll betrachtet. In diesem Jahr konnte man aber feststellen, dass auf den Bereichen, die durch das auf dem Midlumer Platz kompostierte Treibsel aufgefüllt wurden, die Grassaat gut aufgegangen ist. Diese Stellen sollen aber weiterhin gut beobachtet werden, da man nicht sicher ist, ob das Material zur Stabilität des Deiches beiträgt. Außerdem wird die gesamte Neubaustrecke weiterhin gekalkt und gedüngt, um die Qualität der Grasnarbe zu verbessern.

Zwar werden die gesammelten Treibsel auf dem Platz zu gutem Kompost, doch zugleich wird auch hier das große Problem des Plastiks im Meer deutlich. Die Plastikreste aus dem Kompost müssen abgesammelt werden. Zwar haben die Küstenschützer den Zustand des Bewuchses am Schöpfwerk fest im Auge, sehen jedoch hier keine Gefahr, zumal die Föhrer Nordküste den Naturgewalten meistens weniger ausgesetzt ist.

Im Utersumer Deichabschnitt wurden ebenfalls Risse im Asphalt bemerkt. Reparaturen wurden, so Ketelsen, in diesem Jahr bereits begonnen und sollen dann im kommenden Frühjahr fortgesetzt werden. Die geplante Deichverstärkung zwischen Dunsum und Utersum wurde, wie weiter mitgeteilt wird, kein Thema der Schau. Das Planfeststellungsverfahren ist nach Information von Hark Ketelsen in Vorbereitung: „Wie ich von zuständigen Stellen erfahren habe, ist mit einem Baubeginn nicht vor 2020 zu rechnen“.

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