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Wittdüner Tonnenhafen : Die „Repsold“ ist wieder zuhause

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Amrums ehemaliger Tonnenleger wird einen Sommer lang in seinen alten Gewässern eingesetzt. Das Schiff heißt jetzt „LEV Taifun“.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 12:15 Uhr

Aufmerksame Beobachter haben sicher schon längst den ehemaligen Tonnenleger des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning (WSA) „Johann Georg Repsold“ im Seezeichenhafen entdeckt. Die „LEV Taifun“, so wurde das Schiff nach dem Verkauf genannt, wurde mehrere Monate gechartert. „Wir brauchten für die Barkensetzboote, die in Wittdün stationiert sind, ein Begleitschiff, da die Arbeitsboote zwar im offenen Seegebiet agieren, aber laut Zulassung nicht ohne Begleitschiff dorthin fahren dürfen“, erklärt der Amrumer WSA-Außenbezirksleiter Wolfgang Stöck. Da die Schiffe aus der eigenen Flotte zurzeit an anderen Positionen eingesetzt werden, charterte das WSA seinen ehemaligen Tonnenleger. Jeweils in den Wochen, in denen tagsüber Ebbe ist, fährt die „LEV Taifun“ von Wittdün aus.

Der Außenbezirk Amrum zeichnet für 337 schwimmende Seezeichen auf rund 320 Kilometern betonntem Fahrwasser verantwortlich. Dabei erfolgt die Bearbeitung, Reparatur und Lagerung der Seezeichen im Tonnenhof in Wittdün. Für die typischen Wattfahrwasser, die sich fast bei jeder Tide leicht verändern, werden Pricken und Barken, also Birkenstangen mit nach oben beziehungsweise nach unten gerichteten Zweigen verwendet. In der Regel überleben diese Markierungen der kleinen Fahrwasser den Winter nicht und müssen jedes Jahr erneuert werden. Das geschieht von den sogenannten Barkensetzbooten aus, die eine starke Pumpe an Bord haben, um die Markierungen einzuspülen. Jährlich werden etwa 1800 dieser Stangen-Schifffahrtszeichen zur Bezeichnung der Wattfahrwasser zwischen den Inseln und Halligen gesetzt.

Wie in jedem Frühjahr gilt es zudem, die im Herbst ausgebrachten Fahrwassermarkierungen von der Winterausführung, die auch Eisgang ohne Schaden übersteht, wieder gegen die mit kompakter Leuchttechnik ausgestatteten Tonnen auszutauschen. Für diese Arbeiten wird der im Wittdüner Seezeichenhafen stationierte Tonnenleger „Amrumbank“, der größere und modernere Nachfolger der „Repsold“, eingesetzt. Dessen Mannschaft zeichnet zudem ganzjährig für die Kontrolle und den Austausch der Seetonnen zwischen der deutsch-dänischen Grenze und der Eider verantwortlich. Doch jetzt ist der in Tönning stationierte Tonnenleger „Triton“ ausgefallen und die „Amrumbank“ muss ihn vertreten. Sie wird vorübergehend in Büsum stationiert, von wo aus auch die Seezeichen auf der Elbe bearbeitet werden können.

Die „Johann Georg Repsold“ wurde 1964 gebaut und war von 1984 bis 2011 in Wittdün stationiert. Anfang 2012 wurde der Tonnenleger an die „Innoven GmbH“ verkauft und nach der Überführung von Rendsburg nach Bremerhaven auf „LEV Taifun“ getauft. Die Abkürzung LEV steht für „lowest emission vessel“, denn die Technik des Schiffes wurde überarbeitet und auf neueste Energiespar-Standards gebracht. Die „LEV Taifun“ wird von ihrem neuen Besitzer unter anderem als Arbeits- oder Transportschiff für regenerative Energieprojekte verchartert.

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