Die Qual der Wahl

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22. Oktober 2011, 09:33 Uhr

Oft wird geklagt, dass wir in einer "Ellenbogengesellschaft" leben, in der jeder nur noch auf seinen eigenen Vorteil und Profit bedacht ist. Doch für Föhr und Amrum trifft diese Diagnose ganz und gar nicht zu. Im Gegenteil - auf beiden Inseln wird der Einsatz für andere noch groß geschrieben, engagieren sich unzählige Menschen ehrenamtlich. Da wird der kranke Nachbar versorgt oder für die Seniorin von nebenan eingekauft, da trifft man sich nach anstrengenden Arbeitstagen zu nicht minder anstrengenden Feuerwehrübungen und ist bei Bränden oder Unfällen Tag und Nacht zur Stelle, da werden für die Föhrer Tafel regelmäßig Lebensmittelläden abgeklappert und am Verkaufstag die Kunden bedient, die Mitglieder von Hospiz-Initiative, Sozialverband und Rotem Kreuz setzen sich für ihre Mitmenschen ein, während andere Insulaner sich in Trachtengruppen, Museums-, Heimat- und Musikvereinen, der Amrumer Grabstein-Initiative oder der Ferring-Stiftung für den Erhalt der friesischen Sprache und Kultur engagieren oder im Tier- und Naturschutz ihre Aufgabe gefunden haben. Und auch Kirchengemeinden und Kommunen könnten ohne die vielen Freiwilligen, die sich mit Arbeitskraft und Fachwissen einbringen, etliche ihrer Aufgaben längst nicht mehr erfüllen.

Für all diese Ehrenamtler ist ihr Engagement oft nicht nur mit Zeit, sondern ebenso mit nicht unbeträchtlichem finanziellem Aufwand verbunden. Eigentlich gebührt jedem dieser Menschen, die sich über das "normale" Maß hinaus für die Allgemeinheit einsetzen, Anerkennung.

Vier von ihnen, die sich schon seit Jahrzehnten für ihre Projekte stark machen, hat die Redaktion des Insel-Boten in diesem Herbst für die Aktion "Menschen des Jahres" nominiert, in der der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag seit 2002 besonders engagierte Bürger auszeichnet. Erstmals dürfen jetzt die Föhrer und Amrumer Leser darüber abstimmen, wer ihre Inseln bei der Wahl zum "Menschen des Jahres 2011" auf Landesebene vertritt. Und haben damit die Qual der Wahl zwischen Kandidaten, die alle schon lange Dank verdienen. Auch wenn es nur einer in die Endrunde schaffen kann - wenn viele Insulaner sich an der Abstimmung beteiligen, ist das für alle nominierten eine Anerkennung ihrer Arbeit.

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