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Insel-Bote

18. Oktober 2017 | 02:34 Uhr

Die Nachwuchs-Schmiede des Vereins

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kindersport im WTB: Zweimal wöchentlich wird der Nachwuchs mit hohem Unterhaltungswert an den Sport herangeführt

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Der Lärmpegel in der Turnhalle der Rüm-Hart-Schule ist beachtlich. Da wird gekreischt, gelacht und getobt, dass dem Besucher die Ohren klingeln. Und das an jedem Montag- und Donnerstagnachmittag. Dann treffen sich dort nämlich die jüngsten Mitglieder des Wyker Turnerbundes (WTB), die in einer Art „sportlicher Früherziehung“ ihre Lust an der Bewegung ausleben dürfen und an den Sport herangeführt werden.

Freitags kommen von 16 bis 17 Uhr die Ein- bis Dreijährigen zur Spiel- und Krabbelgruppe mit Nancy Petersen. Deren Aufgabe ist es vor allem, ein Auge darauf zu haben, dass nichts passiert, wenn die Winzlinge mit Tempo durch die Halle wuseln und – unterstützt von ihren Müttern – die Geräte ausprobieren, die Petersen bereit gestellt hat. Vor jeder Stunde baut Nancy Petersen Bewegungslandschaften auf, an denen die Kinder Mut, Balancevermögen und Bewegungsabläufe lernen können. Viele Kinder, so berichtet Petersen, kommen zusammen mit ihren größeren Geschwistern. So wie Emil, der Jüngste der Gruppe. „Der kann nur sitzen und spielt am liebsten mit seiner dreijährigen Schwester mit einem grünen Schaumstoffball.“

Erst Ende August hat Nancy Petersen die Gruppe von Annette Keisat übernommen, „weil es schade wäre, wenn die einschlafen würde“. Sieben bis zwölf Kleinkinder kommen regelmäßig mit Eltern und Geschwistern in ihre Turnstunden, die stets mit einem gemeinsamen Lied beginnen.

Genauso wie das Turnen der größeren Kinder am Montag. „Es gibt ein Anfangs- und ein Schlusslied, Bewegungslieder, und dann ist es wichtig, dass die Kinder sich ausprobieren können“, so Rita Littwinski, die diese beiden Gruppen im Sommer 2005 von Sonja Barnert übernommen hat. Von 16 bis 17 Uhr turnt und spielt sie hier mit Kindern bis zu fünf Jahren und deren Eltern. Von 17 bis 18 Uhr sind dann die Fünf- bis Siebenjährigen an der Reihe, die bei Littwinski viele Sportarten entdecken können. „Es geht darum, dass die ganze Bandbreite angeboten wird“, will sie bei den Kleinen zunächst die Freude am Sport ganz allgemein wecken. „Es ist wichtig, dass die Kinder frei spielen können“, so Littwinski, die ihren Schützlingen aber auch schon in dieser Phase erste Spiele und Spielregeln vermittelt.

Und die Größeren dürfen in den Sommermonaten bereits für das Kinder-Sportabzeichen trainieren. „Die Kinder sollen alles ausprobieren, bevor sie sich spezialisieren“, ist das Ziel von Rita Littwinksi.

Doch nicht nur den Kindern, auch ihren Eltern bringen die Stunden in der Turnhalle etwas. Da sei der Austausch der jungen Mütter untereinander, meint Nancy Petersen. „Und das ist eine Stunde, in der die Eltern sich nur mit ihren Kindern beschäftigen. Das kommt im Alltag oft zu kurz“, betont Rita Littwinski.

Rund 25 Kinder kommen montags regelmäßig zu ihr in die Grundschul-Sporthalle, von denen viele nach den ersten sportlichen Gehversuchen im Kinderturnen in andere WTB-Sparten wechseln, zum Beispiel zum Tennis. Oder sie werden kleine Kicker beim FSV.

So rekrutieren die Sportvereine seit über einem halben Jahrhundert ihren Nachwuchs aus den Reihen der Kinderturngruppen. Denn bereits Anfang der 1950-er Jahre wurde diese Sparte von Helga Tilgner gegründet, die sie bis 1993 führte. Angefangen hat Tilgner mit dem Kleinkinderturnen, später kam das Mutter-und-Kind-Turnen dazu. „Wir hatten schon immer eine große Gruppe“, erinnert sie sich an alte Zeiten, in denen Großeltern und Eltern der derzeitigen Winzlinge an den Sport im WTB herangeführt wurden.

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