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Müllkippe Meer : Die Menschen endlich wachrütteln

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eine Wanderausstellung der Küsten-Union Deutschland im Nationalpark-Haus will für die Abfall-Problematik in den Ozeanen sensibilisieren.

shz.de von
erstellt am 04.Jun.2016 | 10:00 Uhr

„Das Thema Müll im Meer geht uns alle an.“ Dies stellte Heidi Braun, Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum, bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Mensch . Müll . Meer“ im Wyker Nationalpark-Haus fest. Dabei gehe es, so Heidi Braun weiter, nicht nur um die Fischer und deren Netze im Meer. „Vielmehr geht es, und das hat mich jetzt wieder besonders geärgert, um die Gedankenlosigkeit der Menschen.“ Bei einem Spaziergang am Strand vor Borgsum habe sie überall Tütchen mit Hundekot gefunden und eingesammelt. Die Tüten seien zwar ordentlich verschlossen gewesen, was nichts daran ändere, dass sie schließlich doch als Plastikmüll in der Nordsee landen. Außerdem sei inzwischen bekannt, dass die Fischer ihre Netze in der Regel wieder einsammeln, da diese viel zu kostbar seien. Heidi Braun schloss ihre Begrüßung mit der Hoffnung, dass die Ausstellung die Menschen wachrütteln kann.

Zu dieser Wanderausstellung, die die Küsten-Union Deutschland (EUCC-D) in Rostock-Warnemünde entwickelt hat, begrüßte Walter Stubenrauch, der Leiter des Föhrer Nationalpark-Hauses, auch Anke Vorlauf, Bildungsreferentin der EUCC-D, die für die Entwicklung der Präsentation verantwortlich zeichnet. Zwar seien die Menschen an der Küste etwas sensibler für die Müllproblematik, räumte Stubenrauch ein. Der aber auch an Versuche erinnerte, gegenzusteuern. „Vor 30 Jahren gab es den Dosenschwur, es gab das Spülmobil und die Verbannung von Einweggeschirr, doch diese Ansätze sind leider wieder eingeschlafen.“ Er hoffe, dass die Initiative des BUND Föhr-Amrum – Plastikfrei wird Trend – die Menschen wieder mehr aufrütteln könne.

Anke Vorlauf erläuterte anschließend die Ausstellung „Mensch . Müll . Meer“, die 2014 parallel in 14 Ländern entwickelt wurde. In Deutschland sei sie unter anderem in Stralsund, Berlin, Fehmarn, Eckernförde und Rostock zu sehen gewesen, um nun erstmals auch an der Nordsee gezeigt zu werden. Dabei seien die Präsentationen in den einzelnen Ländern zwar nicht identisch, hätten jedoch alle die Zielrichtung, die Mitverantwortung für den Zustand der Meere ins Bewusstsein zu rücken, wobei auf den Mülleintrag von Land aus besonderes Augenmerk gelegt werde. Zur Zeit gelangen jährlich etwa acht Millionen Tonnen Plastik in die Meere, was in etwa bedeute, dass ein Müllwagen pro Minute seinen Abfall entsorgt. Dies stelle eine große Gefahr für Flora und Fauna und letztlich auch für die Menschen dar.

„Ich bin so froh, dass Anke Vorlauf uns beim Aufbau der Ausstellung geholfen hat. Allein hätten wir vor großen Problemen gestanden“, so Walter Stubenrauch, als er durch die Ausstellung führte. Mittels eines auf Ölfässern basierenden Konzeptes informieren Ausstellungsstücke den Betrachter über die Herkunft des Abfalls im Ozean und über dessen Auswirkungen auf das Meer und die Küste. Man dürfe aber nicht die ganze Verantwortung für den Müll auf die Verbraucher abwälzen, betonte die Vertreterin der Küsten-Union. Vielmehr müssten die nachhaltige Entwicklung und die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen verstärkt werden. Dabei zeigte sich Anke Vorlauf überzeugt davon, dass auf verschiedenen Ebenen eine Veränderung ins Rollen kommen werde.

Zur Ausstellung im NationalparkHaus, die täglich außer sonnabends von 10 bis 17.30 Uhr besichtigt werden kann, gehören auch eine eigene Präsentation für die Kinder sowie eine Installation der Gewinnervideos eines europaweiten Wettbewerbs. Gedreht wurden die Filme von Jugendlichen, die sich mit der Verschmutzung des Meeres und mit Ideen zu deren Lösung befasst haben.

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