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Insel Föhr : Die meisten Gäste sind zufrieden

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Tourismus GmbH stellte Umfrageergebnisse aus dem Sommer 2015 vor. Allerdings wurden nur 350 Urlauber erreicht

Was will der Föhr-Urlauber, werden seine Bedürfnisse auf der Insel noch befriedigt? Immer wieder versucht die Tourismus GmbH (FTG) das durch Gästebefragungen zu ergründen, mal von eigenem Personal durchgeführt, mal in größerem Stil von externen Fachleuten. Im vergangenen Sommer gab es nun wieder eine interne Befragung. Im Juli haben FTG-Mitarbeiter an den Stränden, auf Fähren und in den Gästeinformationen Fragebögen an Urlauber verteilt. Was dabei herauskam, wurde jetzt in einer Vermieterversammlung vorgestellt. „Zum ersten Mal“, so FTG-Chef Jochen Gemeinhardt, würden damit auf Föhr Ergebnisse einer solchen Umfrage publik gemacht. Eine krasse Fehlinformation, denn Gemeinhardts Vorgänger Armin Korok hatte über Umfragen alle Jahre wieder informiert, in öffentlichen Veranstaltungen, in denen die Säle stets aus allen Nähten platzten.

Dagegen war die Resonanz auf die Informationsveranstaltung am Mittwoch, zu der die FTG über ihren Newsletter eingeladen hatte, überschaubar. Gerade mal 30 Insulaner hatten sich im Kurgartensaal eingefunden. Ihnen stellte Gabi Dietrich, im Sommer noch FTG-Mitarbeiterin und jetzt Qualitätsbeauftragte der neuen Wyk auf Föhr Touristik GmbH (WTG), die Auswertung der Fragebögen vor. 350 Gäste hatten sich an der Umfrage beteiligt. „Angesichts von 180  000 Inselgästen im Jahr nicht gerade repräsentativ“, monierten Teilnehmer an der Versammlung. Doch trotz der geringen Zahl an Fragebögen war sich Dietrich sicher, einige aussagekräftige Ergebnisse erzielt zu haben, zumal deutlich mehr Urlauber aus den Landgemeinden erreicht wurden, als bei der letzten Befragung. „So konnten wir ein breiteres Spektrum abdecken“, sagte die Tourismus-Fachfrau. Beispielsweise zur Herkunft der Urlauber, hatten die Fragebögen doch 345 Deutsche und fünf Schweizer ausgefüllt. Als erstaunlich bezeichnete Dietrich es, dass obwohl Föhr als Urlaubsziel von Stammgästen gelte, knapp 30 Prozent der Befragten noch nie zuvor oder erst einmal auf der Insel waren. Allerdings, 14 Prozent hatten bereits 25 oder mehr Föhr-Urlaube hinter sich. Und auch die Altersstruktur überraschte die Touristiker. Denn obwohl zum Befragungszeitraum in vielen Bundesländern Sommerferien waren, waren rund 30 Prozent der Befragten zwischen 45 und 55 Jahre alt, zehn Prozent sogar über 70. Wenig überraschend dann die Aussage, dass der überwiegende Teil der Gäste in Ferienwohnungen unterkommt, auf seinen Urlaubsort durch Empfehlung anderer aufmerksam wurde und Erholung am Strand sucht. Und 75 Prozent der befragten Gäste waren mit ihrem Urlaub zufrieden. Ganze vier Leute hätten sich unzufrieden geäußert, „die hatten wir aber auch bei katastrophalem Wetter befragt“, so Dietrich.

Doch trotz dieser großen Zufriedenheit gab es bei den Befragten auch Kritikpunkte. So an der Schließung der Tourist-Information im Veranstaltungszentrum – allerdings, so betonte Jochen Gemeinhardt, habe die Befragung zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als die neue Anlaufstelle im Aquaföhr noch nicht eröffnet war.

Weniger zufrieden als vor zwei Jahren, so berichtete Dietrich weiter, hätten sich die Befragten mit den Veranstaltungsangeboten gezeigt. Hier sei vor allem bemängelt worden, dass für Jugendliche und junge Erwachsene nicht genug los sei. „Ganz, ganz häufig haben die Befragten aber betont, dass sie Föhr on Fire, das Jazzfestival und die Piratentage als Highlights sehen“, betonte Gabi Dietrich.

Dietrich und Gemeinhardt kündigten an, dass künftig mehrfach im Jahr Befragungen vorgenommen werden sollen - allerdings in anderer Form. „Der große Fragebogen erschlägt die Gäste. In Zukunft werden wir wohl eher Interviews machen, um tiefere Informationen darüber zu bekommen, was die Urlauber wollen“, ergänzte Gabi Dietrich.

Regelmäßige Befragungen sind eine Voraussetzung dafür, dass die FTG sich weiter mit der höchsten Stufe des Qualitätssiegels der von allen Bundesländern unterstützten Initiative „Service Qualität Deutschland“ schmücken darf. Über dieses Siegel, das auch Vermieter und andere Betriebe nach entsprechenden Schulungen und Überprüfungen erlangen können, informierte anschließend Harald Stüven von der Fachhochschule Westküste. Er warb für eine Teilnahme an entsprechenden Seminaren. „Eine reine Verkaufsveranstaltung“ monierten einige Teilnehmer an der Versammlung, während andere, die das Qualitätssiegel bereits erworben haben, von guten Erfahrungen berichteten.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 12:15 Uhr

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