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Standesamt Föhr-Amrum : Die letzten echten Inselkinder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Statistik 2015: Bis zur Schließung des Wyker Kreißsaals gab es 45 Geburten auf Föhr. Der Heiratstourismus boomt weiter.

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erstellt am 21.Jan.2016 | 12:45 Uhr

45 Kinder wurden im vergangenen Jahr auf der Insel Föhr geboren, und damit 19 weniger als 2014. Allerdings bildet die Statistik des Standesamtes dieses Mal nicht die ganze Wirklichkeit ab. „Ende September wurde die Geburtsstation in Wyk ganz kurzfristig geschlossen“, erinnert Standesbeamtin Anja Jakobsen an ein Ereignis, das zu heftigen Protesten führte und bis heute die Gemüter bewegt. Zum 1. Oktober war die Geburtshilfeabteilung des Wyker Krankenhauses dicht gemacht worden, zu diesem Zeitpunkt gab es auf Föhr und Amrum etliche hochschwangere Frauen, die eigentlich in Wyk entbinden wollten und ihre Kinder nun auf dem Festland zur Welt bringen mussten.

Insgesamt 23 kleine Neu-Föhrer gab es 2015 auf Föhr-Land: jeweils zwei Babys in Alkersum, Borgsum, Oevenum und Oldsum, jeweils drei in Midlum, Nieblum und Utersum sowie sechs in Wrixum. Elf Wyker Babys wurden außerdem im Föhrer Standesamt angemeldet, zwei von auswärtigen Müttern und neun von der Insel Amrum. Auf Amrum selbst ist auch im vergangenen Jahr kein Kind zur Welt gekommen.

Übrigens, Mädchen und Jungen hielten sich 2015 fast die Waage, 23 kleine Jungen sind in Wyk geboren und 22 kleine Mädchen. Die Geburtenzahlen, die Anja Jakobsen gespeichert hat, gehen zurück bis in das Jahr 1874. Seither, so berichtet sie, sind auf Föhr insgesamt 15  413 Menschen geboren worden – deutlich mehr, als im gleichen Zeitraum verstorben sind.

12  721 Sterbefälle weist die Föhrer Standesamtsstatistik seit 1874 auf, 67 davon ereigneten sich im vergangenen Jahr, und damit zehn weniger als 2014. 34 Einwohner von Föhr-Land sind 2015 auf Föhr verstorben, die meisten davon – neun – stammten aus der Gemeinde Oldsum. 31 Wyker weist die Sterbestatistik außerdem auf, sowie zwei Menschen vom Festland. 29 Männer und 38 Frauen sind im vergangenen Jahr auf Föhr verstorben, davon alleine elf im November und jeweils acht im Januar und April.

In der Sterbestatistik des Wyker Standesamtes taucht 2015 kein Amrumer auf. Doch Amrums Standesbeamtin Ina Schumann berichtet, dass 13 Amrumer im vorigen Jahr auf ihrer Heimatinsel verstorben sind. Damit ging auch dort die Zahl der Sterbefälle zurück, 2014 hatte Ina Schumann noch 18 Sterbeurkunden ausstellen müssen.

Immer mehr werden beide Inseln zu Heiratsparadiesen, locken doch nicht nur die Urlaubsatmosphäre, sondern auch originelle Trau-Orte wie Museen oder Segelschiffe auswärtige Paare an. Und so hatten denn auch die „Hochzeitsreisenden“ bei der Zahl der Eheschließungen auf Föhr und Amrum deutlich die Nase vorn. Von 175 Trauungen auf Föhr entfielen 140 auf auswärtige Paare, 20 auf Wyker und 15 auf Paare von Föhr-Land. Auf Amrum wurden sogar nur vier einheimische Paare getraut – gegenüber 144 auswärtigen. Bei den Trau-Orten hatte auf Amrum auch im vorigen Jahr das Öömrang Hüs die Nase vorn. 71 Eheschließungen gab es im Nebeler Heimatmuseum, 43 Hochzeiten fanden auf dem Leuchtturm statt, sieben in der Mühle und eine an Bord der „Eilun“. Nur 26 junge Paare gaben sich im Amtsgebäude das Ja-Wort.

Auf Föhr wurden dagegen die meisten Trauungen in der Amtsverwaltung vorgenommen (86), 27 Paare heirateten in der Wrixumer Friesenstube, 25 im Haus Olesen des Wyker Friesenmuseums, 21 in der Kapitänsstube in Oevenum, zehn an Bord des Segelschiffes „Ronja“ und sechs im Alkersumer Museum Kunst der Westküste.

Sechs eingetragene Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare – und damit zwei mehr, als im Jahr 2014, verzeichnete das Wyker Standesamt im vorigen Jahr: Vier von auswärtigen und zwei von Föhrer Paaren. Zwei dieser Paare heirateten im Friesenmuseum und vier im Trauzimmer des Amtes. Auf Amrum wurden fünf Lebenspartnerschaften geschlossen (2014 vier), jeweils zwei im Amt und auf dem Leuchtturm und eine im Öömrang Hüs.

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