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Insel-Bote

19. August 2017 | 19:08 Uhr

In Wyk : Die Igelstation macht weiter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auch nach dem Tod von Angela Bruchwitz werden die Tiere am Grünstreifen aufgepäppelt. Ab Donnerstag gibt es auch wieder Führungen.

Fast 20 Jahre lang war im Herbst und Winter die Igel-Station am Wyker Grünstreifen 25 b der Anlaufpunkt für alle, die kleine Stacheltiere ohne Chance auf ein Überleben in freier Wildbahn gefunden hatten. Hier wurden sie liebevoll versorgt, aufgepäppelt und für ein Leben in Freiheit fit gemacht. Dreh- und Angelpunkt der Station war „Igelmutter“ Angela Bruchwitz, ohne die die Station für kleine Stacheltiere kaum vorstellbar schien.

Als Angela Bruchwitz vor wenigen Wochen verstarb, schien für die Igelfreunde zunächst die Welt stillzustehen. Doch dann sagten sich ihre Helfer, die sich im Verein „Igelhilfe Föhr e.V.“ zusammengeschlossen haben, dass etwas geschehen müsse, um im Sinne von Angela Bruchwitz die Arbeit weiter zu führen. Auch Martin Bruchwitz wollte im Gedenken an seine Frau diese Hilfe für Igel fortgeführt wissen – und so ist nun zunächst die Zukunft der Igel-Station am bisherigen Standort gesichert.

Ein Glücksfall für den Verein ist, dass er mit Sarah Marquardt eine kompetente Person gefunden hat, die ganz offiziell für die Betreuung der Igel verantwortlich sein wird. Sarah Marquardt ist eine ausgebildete Tierpflegerin, die vor einigen Jahren bereits einmal als Helferin in der Station eingesprungen ist. Sie ist in Igel-Notfällen rund um die Uhr unter der eigens eingerichteten Handy-Nummer ✆  0159/03854463 zu erreichen. Die neue Leiterin der Station verweist darauf, dass sie gegebenenfalls die hilfsbedürftigen Tiere abholt. Übrigens konnte ihr erster Gast dieses Jahres, ein kleines Stacheltier von Amrum, dank ihres Einsatzes bereits wieder auf seiner Heimatinsel ausgewildert werden. „Igel die am 1. November noch kein Gewicht von 500 Gramm erreicht haben, können im Freien nicht überleben“, macht die Tierpflegerin deutlich und fordert damit jeden auf, einen offenen Blick für die Igel zu haben. Denn ein Indiz, dass diese zu schwach sind, um sich die nötige Speckschicht für den Winterschlaf anzufressen, ist auch, wenn die eigentlich nachtaktiven Tiere tagsüber unterwegs sind, und wenn sie sich nicht, sobald sie Gefahr wittern, zu einer wehrhaften Stachelkugel zusammenrollen.

Heiko Pries, der Vorsitzende des Vereins Igelhilfe, der Sarah Marquardt die offizielle Vereinbarung ihres Einsatzes am Grünstreifen überreichte, wird auch zur Unterstützung der Station aktiv. Ab dem kommenden Donnerstag, 1. Oktober, starten dort nämlich wieder die Führungen. An jedem Montag und Donnerstag dieses Monats werden Heiko Pries oder Hildegard Gottfried, die schon länger Angela Bruchwitz in der Igelstation unterstützt hat, ab 10 Uhr bereit stehen, um Interessierte umfassend über die Igel zu informieren. Gruppen können sich für Extra-Führungen unter der erwähnten Telefonnummer anmelden.

Diese Veranstaltungen haben letztlich auch den Zweck, das finanzielle Überleben der Station zu gewährleisten, denn das Futter und die medizinische Versorgung der Tiere gehen ins Geld. Deshalb ist die Igelnothilfe für Unterstützung durch Geld- oder Futterspenden dankbar. „Ohne ehrenamtliche Hilfe geht es auch in der Igelhilfe überhaupt nicht“, ist sich Heiko Pries sicher, und er hofft im Interesse der kleinen Stachelritter auf weitere Unterstützung. Dabei bereitet ihm der Rückgang der Population Sorge. „Die Igel sind bereits auf der Vorstufe der roten Liste bedrohter Tierarten“, weiß er zu berichten. Die Tendenz abnehmender Igelzahlen hatte Angela Bruchwitz schon seit Jahren beklagt. Um so wichtiger ist es deshalb, in ihrem Sinne aktiv zu sein und bedrohten Igeln zu helfen.

 

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erstellt am 28.Sep.2015 | 15:00 Uhr

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