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Sauberes Arbeitsgerät : Die grüne Insel wird noch grüner

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Postzustellung leise und umweltfreundlich: Ab sofort sind acht Elektro-Fahrzeuge auf Föhr im Einsatz.

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 12:30 Uhr

Für die Föhrer Mitarbeiter der Deutschen Post bricht eine neue Zeit an: Ab sofort erfolgt die Postzustellung leise und umweltfreundlich. „Die grüne Insel wird noch grüner“, kündigte Anja Renziehausen, regionale Politikbeauftragte der Deutschen Post, an, als jetzt auf dem Betriebsgelände in der Feldstraße acht Elektrofahrzeuge offiziell übergeben wurden. Föhr ist der erste Stützpunkt in Nordfriesland, der in den Genuss dieser das Klima schützenden Technologie kommt, betonte Martin Grundler, Pressesprecher des Unternehmens. 80 bis 100 Kilometer beträgt die Reichweite der „Streetscooter“, die rund 90 Stundenkilometer schnell und nun in zwei Größen auf Föhr im Einsatz sind. Eine XL-Variante, ein reines Paketfahrzeug, sei derzeit in der Entwicklungs- und Testphase und könnte, so hoffen die Verantwortlichen, im kommenden Jahr den Fuhrpark komplettieren, sagte Grundler.

Die E-Mobile sind eine Eigenentwicklung der Deutschen Post in Zusammenarbeit mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Von Beginn an involviert waren zudem die Zusteller, deren Anforderungen, Vorstellungen und Erfahrungen ein wichtiger Beitrag waren und in den Prozess einflossen, an dessen Ende ein fast maßgeschneidertes Fahrzeug steht.

Dass es sich dennoch um ein Arbeitsgerät handelt, das bei rund 300 Stopps pro Tag weniger auf Komfort ausgelegt sei, sondern robust und zuverlässig sein müsse, betonte Kay Petersen von der Zustell-Stützpunktleitung in Husum. Einstiegs- und Ladehöhe oder Sitzgestaltung tragen dem anstrengenden Job jedoch Rechnung. Zudem verfügen die Fahrzeuge über Sitz- und Scheibenheizung. Besonderer Vorzug im Winter: Die Autos werden vorgeheizt. Möglich wird dies, da sie über Nacht auf dem Post-Gelände in der Feldstraße aufgeladen werden und damit im System sind. So könne zentral nicht nur der Ladezustand abgelesen werden, so Petersen, sondern „ich kann die Abfahrtszeit einstellen und jeden einzelnen Wagen zwei Stunden vorher frostfrei machen“. Scheibenkratzen entfalle und das Arbeitsgerät sei beim Start leicht vorgeheizt.

2012 war der erste Prototyp entwickelt worden, 2015 ging das Fahrzeug in Serie. Mittlerweile sind mehr als 3000 Streetscooter deutschlandweit auf Tour „Jedes Fahrzeug bringt eine CO2-Einsparung von drei Tonnen jährlich und es werden 1100 Liter Diesel pro Jahr eingespart“, sagte Anja Renziehausen und verwies auf das ehrgeizige Unternehmensziel. Demnach soll die eigene Zustellung bis zum Jahr 2025 zu 70 Prozent emissionsfrei sein.

„Ich finde es gut, dass einer der größten rollenden Betriebe auf der Insel auf Elektrofahrzeuge umgestiegen ist“, hob Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen die Vorbildfunktion hervor, die für Föhr sehr positiv sei. Und auch Heidi Braun begrüßte den Fortschritt und die Vorreiterrolle in Nordfriesland: „Wir hoffen, dass das Nachahmer findet und wir auf diesem eingeschlagenen Weg weitergehen“, sagte die Amtsvorsteherin. Ihr Wunsch aber, dass auch Amrum bald folgen könnte, wird sich wohl so schnell nicht erfüllen. Gründe seien die fehlende Infrastruktur der Lademöglichkeiten und der Auslieferungsplan für die Fahrzeuge, erläuterte Kay Petersen. „Und der richtet sich wiederum nach den Kapazitäten vor Ort, um die neuen Autos auch gleich einsetzen zu können.“

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