Föhr : Die große Wasserschlacht

Amtswehrführer Hauke Brett erklärt den Kindern seine Ausrüstung.
Amtswehrführer Hauke Brett erklärt den Kindern seine Ausrüstung.

Ferienprojekt für Inselkinder: Der Besuch der Feuerwehr ist ein Höhepunkt.

shz.de von
14. Juli 2018, 16:00 Uhr

Wie wenig es braucht, um eine Gruppe Kinder glücklich zu machen, lernten jetzt Bente Schulz-Kruggel und ihr Team vom Kinderferienprojekt. Als Hauke Brett von der Nieblumer Feuerwehr mit zwei der großen roten Autos auf die Wiese an der Strandkorbhalle gefahren kam, waren die ersten Kids schon aus dem Häuschen. Sie liefen auf die Lastwagen zu, löcherten den Föhrer Amtswehrführer mit Fragen und wollten am liebsten eine Runde mit dem Auto drehen.

Der erfahrene Feuerwehrmann zeigte jedoch erstmal die Ausrüstung eines Brandbekämpfers: „Damit wir schnell in die Schuhe schlüpfen können, haben wir die bereits zugebunden. Wir müssen dann nur noch den Reißverschluss schließen, dann sind sie fest“, erklärte Brett, während neben ihm eines der Kinder in die schwere Ausrüstung schlüpfte. Dem hing Hauke Brett zum Schluss noch eine Atemluftflasche mit -maske auf, und wie ein Marsmännchen stapfte der Junge stolz in Richtung Strandkorbhalle. Währenddessen liefen einige Kinder mit der Wärmebildkamera durch die Gegend und nutzen sie so wie Urlauber ihr Fernglas.

Richtig spaßig wurde es aber, als Hauke Brett die Wasserdruckluftpistole aus dem Wagen holte. Im Sicherheitsabstand zu den Kindern zielte er und schoss mit einem lauten Knall einen Wasserball über die Wiese, der schließlich zu feinen Tröpfchen zerstäubte. Was normalerweise kleinere Schwelbrände löschen soll, sorgte bei den Kindern für gute Laune: Laut lachend liefen sie ans Ende der Wiese und tobten im Tröpfchenregen, den Brett immer wieder über sie hinweg jagte. Ein etwas härterer Wasserstrahl kam bereits aus den Übungsfeuerlöschern, mit denen ebenfalls hantiert werden durfte. Schnell sahen einige Kinder so aus, als hätten sie sich unter eine der Strandduschen gestellt.

Schließlich fragte Hauke Brett die Betreuer, ob die Kinder auch richtig nass werden dürften: „Im Auto habe ich 2400 Liter Wasser dabei.“ Als das Okay kam, rollte er den Schnellangriffs-Schlauch aus, erklärte kurz, was man damit im Notfall macht und zeigte, wie man damit umgeht. Die Kinder konnten aber kaum abwarten, den Schlauch selbst in die Hand zu nehmen. Immer von Brett beaufsichtigt, jagten sie mit dem Wassernebel ihre Freunde über die Wiese, um sich kurz darauf selbst nass machen zu lassen. Eine willkommene Abkühlung an diesem heißen Julinachmittag.

Der Besuch von Hauke Brett war einer der Höhepunkte des diesjährigen Kinderferienprojektes. Zum 15. Mal haben die „Familie im Brennpunkt“ vom Diakonischen Werk, der Allgemeine Soziale Dienst Nordfriesland und die Lebenshilfe Sylt diese Woche für Föhrer Kinder auf die Beine gestellt, und der Andrang ist noch immer groß: „42 Kinder sind in diesem Jahr dabei, wir hätten Platz für 50 Kinder gehabt“, erklärt Organisatorin Bente Schulz-Kruggel. Möglich werde das Projekt, weil sich die Eltern der Kinder viel einbrächten und ihr Team unterstützen, sagte sie. Im Gegensatz zum vorigen Jahr wurde das Konzept allerdings leicht angepasst: „Wir machen mehr an der Halle. Das war ein Wunsch der Kinder, mehr hier zusammen zu spielen, anstatt immer nur Ausflüge zu unternehmen.“

Dennoch durften die Aktionen natürlich nicht fehlen. So hat die Gruppe das Maislabyrinth und die Wrixumer Mühle besucht, ebenso waren die Polizei und der Rettungsdienst wieder vor Ort. Besonders Spaß gemacht hat der Besuch von Claudia Werner mit Tieren aus ihrer Hundepension. Das zumindest sagte Rebecca Prause: „Dass die Hunde da waren, war besonders toll.“ Ebenso aber auch das obligatorische Baumhaus, dass die Kinder während der Woche bauen, in dem sie bei der abschließenden Übernachtung schlafen und das die Kids stolz präsentierten. „Wir haben sogar eine Schaukel gebaut“, sagt Rebecca.

Für Till Aybu war aber die Feuerwehr das Highlight der Woche. Der Siebenjährige ist selbst in der Jugendfeuerwehr: „Die Fahrzeuge sind einfach geil und es macht Spaß mit Wasser rumzuspritzen“, berichtet er. Trotz seiner Feuerwehrerfahrung hat er durch den Besuch von Hauke Brett noch etwas gelernt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen