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überfällig : Die Buckelpiste wird begradigt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Seit rund zehn Jahren fehlten für die Sanierung des Wyker Rebbelstiegs die finanziellen Mittel – gestern begannen die Arbeiten an einem ersten Teilstück. Fünf bis sechs Wochen soll die Maßnahme dauern.

Wer derzeit durch den Rebbelstieg fährt, muss einen Umweg einplanen. Hitergrund: Ein Teilstück der maroden Straße muss sich einer größeren kosmetischen Operation unterziehen.

Die Fahrbahnsanierung beginnt am Stine-Andresen-Weg und endet hinter der Einmündung Starklef. Während die Straßendecke bis Höhe Altenheim lediglich gefräst und die Verschleißdecke durch eine neue ersetzt wird, wird vom Johanneshaus bis zum Starklef der komplette Asphaltbelag mit dem Straßenoberbau bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern ausgekoffert, da die Tragschichten der Fahrbahn einschließlich Asphalt und Decke erneuert werden müssen. Hier ist ein alter Straßenaufbau mit einer gemischten Trag-/Deckschicht vorhanden. Die ist zu dünn und genügt nicht den heutigen technischen Vorgaben, weshalb ein neuer Unterbau her muss. Zudem werden partiell die Hochborde ausgewechselt und auf der gesamten Länge die Regenläufe.

Das gestern in Angriff genommene Teilstück ist der am meisten in Mitleidenschaft genommene Abschnitt der viel befahrenen Straße, der auf einer Prioritätenliste an oberster Stelle steht. Die Liste resultiert aus der Zustandserfassung der Wyker Straßen und einer Georadar-Befahrung vor gut einem Jahr (wir berichteten). Das innovative Verfahren des Geo-Radars ermöglichte zudem Erkenntnisse über den Zustand des Straßen-Unterbaus.

Bereits seit rund zehn Jahren ist der Rebbelstieg in den städtischen Ausschüssen Thema, eine Sanierung scheiterte jedoch stets an den fehlenden finanziellen Mitteln. Weshalb die Wyker Politiker beschlossen, ein Straßenunterhaltungs-Management zu installeren, um künftig Gelder an richtiger Stelle zu investieren. Die Ergebnisse der Befahrungen durch die Firma „Eagle-Eye“ machten die Dringlichkeit nun noch einmal deutlich. Denn das Unternehmen klassifizierte, wie die Politiker anhand einer Präsentation erfuhren, 23 Abschnitte in 15 Straßen als besonders stark beschädigt.

Ganz oben auf der Liste steht der Rebbelstieg, auf dessen Zustand auch das Bauamt immer wieder hinwies, wo seit 2004 immer wieder Sanierungskosten kalkuliert wurden. Auch Bodenuntersuchungen wurden durchgeführt, allerdings lag stets die Strecke von der Badestraße bis zur Strandstraße zugrunde, berichtet Bauamtsmitarbeiter Thomas Pielke. Punktuell wurden dabei vier Kernbohrungen vorgenommen, die in der Folge von einem Bodengutachter ausgewertet wurden. Keine Konkurrenz für moderne Methoden, denn im Gegensatz dazu nimmt das Geo-Radar die gesamte Fläche auf und sondiert die Schichten unter dem Asphalt.

„Die Arbeiten dauern fünf bis sechs Wochen und die Kosten liegen bei rund 230 000 Euro“, berichtet Pielke. Wobei eine große Unbekannte das Wetter ist. Die Kosten enthalten auch eine Kanalsanierung. Die wird parallel ausgeführt, um die Straße nicht binnen kürzester Zeit erneut aufreißen zu müssen. „Wir haben ein Kanalkataster, da stehen Sanierungsmaßnahmen an“, so Pielke, die zeitgleich mit den Straßenbaumaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Das Teilstück am Rebbelstieg dürfte die einzige Straßensanierung in 2014 bleiben. Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, Vorsitzende des Bauausschusses, erwartet keine größeren Maßnahmen mehr in diesem Jahr. „Wir haben fast September und ich kann mir nicht vorstellen, dass das so schnell geht.“Weitergehen aber soll es auf jeden Fall, so Daegel, und zwar zügig.

Wo, muss noch geprüft werden. Denkbar wäre ein nächstes Teilstück am Rebbelstieg, etwa bis zur Badestraße. Die Prioritätenliste allerdings sieht als nächste Maßnahmen Abschnitte der Boldixumer- und der Freyastraße vor. Allerdings sind die Vorschläge nicht bindend. Einzig im Sitzungssaal der Amtsverwaltung wird entschieden, wo als nächstes Hand angelegt wird, auch wenn andere Straßen einen höheren Handlungsbedarf aufweisen.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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