Föhr-West : Die Brandschützer von morgen

Eine starke Truppe: Die Nachwuchs-Blaujacken aus dem Föhrer Westen.
Eine starke Truppe: Die Nachwuchs-Blaujacken aus dem Föhrer Westen.

20 Jungs und noch kein Mädchen: Die Jugendfeuerwehr Oldsum/Süderende feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

shz.de von
25. Juni 2018, 14:00 Uhr

Im Vergleich zu so mancher ihrer Nachbarinnen ist die Jugendfeuerwehr von Oldsum und Süderende noch ein Jungspund. Doch ein 50-jähriges Bestehen ist schließlich auch nicht so ohne, und deshalb wurde der Geburtstag des Feuerwehrnachwuchses am Sonnabend in Süderende gebührend gefeiert. Das vergleichsweise bescheidene Wetter hielt dann auch weder die kleinen Jubilare, die Fahnenabordnungen sämtlicher Föhrer Wehren, noch den Musikzug davon ab, von Oldsum nach Süderende zu marschieren, wo die Feuerwehrleute vor dem Festzelt von den Wehrführern Jan Brodersen und Derek Petersen sowie vielen Dorfbewohnern erwartet wurden.

Die Wehrführer freuten sich, viele Gäste von der Insel zum Geburtstag begrüßen zu dürfen, darunter Amtsvorsteherin Heidi Braun, Amtswehrführer Hauke Brett und sein Stellvertreter Jörg Carstensen, die Bürgermeister beider Gemeinden, die Föhrer Wehrführer sowie Sönke Nissen, stellvertretender Kreisjugendwart, der eigens zu diesem Fest auf die Insel gekommen war. Die beiden Chefs der großen Wehren konnten berichten, dass die Jugendwarte Frederik Ketelsen, Wögen Nickelsen sowie Olaf Jensen, den eigentlich nur alle unter dem Namen Taube kennen, sowie Jugendgruppenleiterr Bosse Peters über 20 Nachwuchs-Blauröcke betreuen. Warum die Jugendwehr von Langdorf und Süderende erst vor 50 Jahren gegründet worden ist, konnte sich niemand so genau erklären. Es hatte jedoch den Vorteil, dass man auf den Dokumenten aus der 50-jährigen Geschichte, die zu diesem Anlass im Feuerwehrgerätehaus ausgestellt waren, fast alle Akteure noch kannte.

„Euer Jubiläum ist wie eine goldene Hochzeit ohne Frau“, stellte Süderendes Bürgermeister Christian Roeloffs fest, der darauf anspielte, dass die Jugendwehr noch komplett männlich besetzt ist. Roeloffs der anmerkte, dass das Spritzenhaus ebenfalls 50. Geburtstag feiern könne, erinnerte sich noch gut an seine eigene Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr. „Wir gingen alle mit Begeisterung zu den Treffen“, schilderte er, und verwies auf die Probleme, wenn man so als 13-Jähriger ein Mädchen fragen musste, ob es mit zum Feuerwehrball komme. „Wir als Gemeinde freuen uns, dass wir genügend Nachwuchs bei der Jugendwehr haben“; schloss Roeloffs, der schließlich mit den Worten „macht damit, was ihr wollt“ ein „Flachgeschenk“ überreichte.

Oldsums Bürgermeister Hark Riewerts bescheinigte der Nachwuchsorganisation eine sehr gute Entwicklung im Verlauf der letzten 50 Jahre. „Wir sind froh, dass wir den Nachwuchs haben, gibt es uns doch die Hoffnung, dass wir gut ausgebildete Feuerwehrmänner bekommen, die in jeder Lage Hilfe leisten können“, sagte er.

Auch der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart Sönke Nissen, der die Jugendwehr als eines der tollsten Hobbys bezeichnete, sowie der Föhr-Amrumer Amtswehrführer Hauke Brett und sein Stellvertreter Jörg Carstensen gratulierten zum Geburtstag und zögerten nicht, ebenfalls Geldgeschenke zu überreichen.

Amtsvorsteherin Heidi Braun überbrachte schließlich die Glückwünsche des Amtes Föhr-Amrum und betonte: „Es ist toll, dass es euch gibt“. Es sei sehr wichtig, dass der Nachwuchs so aktiv sei und nicht nur zu Hause vor dem PC sitze. „Auch ein Tablet kann in Brand geraten und das Haus anzünden“, meinte sei, „deshalb ist es besser zu wissen, wie man ein Feuer löscht.“

Die Jubiläumsfeier in Süderende ging dann noch lange weiter, als die jungen Jubilare schon längst im Bett waren. Ein eigens aufgebauter Beamer machte es dann auch möglich, dass das Fußballspiel Deutschland gegen Schweden bis zum finalen „Herzinfarkt-Tor“ im Festzelt erlebt werden konnte.

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